23.03.2009
Neonazismus und Rassismus in der Tschechischen Republik

(Mit Referent_innen von „Tolerance a obcanská“ aus Prag)

Im Herbst 2008 versuchten Neonazis – unter ihnen auch „AutonomeNationalisten“ – in Litvínov (Tschechische Republik) mehrfach eine von Roma bewohnte Siedlung militant anzugreifen. Die Angreifer, die auch Sprengkörper einsetzten, bekamen Unterstützung von der extrem rechten „Arbeiterpartei“. Mehr als zwei Stunden gab es Straßenschlachten zwischen den Neonazis und der Polizei. Mindestens drei Journalisten, ein Aktivist einer Nichtregierungsorganisation und ungefähr 20 Polizisten wurden verletzt. Elf der zwölf angeklagten Neonazis wurden zwischenzeitlich freigesprochen. Die Neonazis feierten ihren „Erfolg“ als Beginn des RAHOWA, des „Heiligen Rassenkrieg“.
Was steckt hinter der immer aktiver werdenden Neonazibewegung in der Tschechischen Republik? Welche Kontakte gibt es zwischen tschechischen und deutschen Neonazis? Welche Rolle spielt die extrem rechte „Arbeiterpartei“, die immer populärer wird? Worauf ist der zunehmende gesellschaftliche Rassismus und die wachsende Unterstützung bzw. Zustimmung für die Neonazis zurückzuführen? Und wieso gibt es so wenige Gegenaktivitäten und Gegenprojekte?

Auf diese und andere Fragen werden die ReferentInnen von der Nichtregierungsorganisation “Tolerance a obcanská spolecnos” aus Prag eingehen. “Tolerance a obcanská“ dokumentiert,analysiert und schafft Öffentlichkeit über die extreme Rechte und Rassismus in der Tschechischen Republik. Mehr als 50 Neonazis wurden aufgrund der Arbeit von “Tolerance a obcanská“ in den letzten zehn Jahren verurteilt. Ein wesentlicher Teil der Arbeit besteht in der Aufklärung über die extreme Rechte und die damit verbundenen Gefahren.