06. Dezember 2007
Nation statt Demokratie: Die Wochenzeitung Junge Freiheit

(Referent: Helmut Kellershohn – Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung)

“Konservativ” soll sie sein, aber auch “umstritten”, folgt man der Selbstdarstellung der Wochenzeitung “Junge Freiheit”. Eine genaue Untersuchung der Zeitungspraxis zeigt allerdings, dass dies Verharmlosungen sind. Die “Junge Freiheit” ist programmatisch der Tradition des völkischen Nationalismus verpflichtet. Die Nation als mythisch überhöhte Abstammungsgemeinschaft wird gegen das neuzeitliche Verständnis von Demokratie mobil gemacht: “Nation statt Demokratie” ist das unausgesprochene Motto. Dabei entspricht die “Junge Freiheit” nicht der Klischeevorstellung, die viele von einer “rechten” Zeitung haben. Sie
dosiert geschickt die Kernideologeme des völkischen Nationalismus. So bewegt sich die “Junge Freiheit” mal getarnt, mal mit offenem Visier im rechten Grenzraum des Verfassungsbogens und betreibt Woche für Wocheintellektuelle Aufrüstung wider die moderne demokratische Gesellschaft, die als “dekadente Spaßgesellschaft” abqualifiziert wird.
mit Helmut Kellershohn (Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung)