15. April 2010
Kapp-Putsch & Ruhrkampf 1920

(Referent: Klaus Goehrke, Historiker)

Rote Ruhr ArmeeVor 90 Jahren, am 13. März 1920 putschten rechtsgerichtete Kräfte unter der Führung von Wolfgang Kapp und dem General Walther von Lüttwitz gegen die noch junge Weimarer Republik. Unterstützt durch nationalistische Freikorps zwangen die Putschisten die SPD-geführte Reichsregierung zur Flucht aus Berlin. Kapp erklärte sich zum Reichskanzler, musste aber schon nach fünf Tagen aufgeben. Ein Generalstreik der ArbeiterInnen hatte das Land lahmgelegt.

Auch im Ruhrgebiet erhoben sich die ArbeiterInnen und bewaffneten sich. Mitglieder von SPD, USPD, KPD sowie Anarcho-SyndikalistInnen vereinten sich in der „Roten Ruhr Armee“. ArbeiterInnenräte übernahmen in vielen Ruhrgebietsstädten die politische Macht. Kaum war die Reichsregierung unter dem SPD-Kanzler Friedrich Ebert wieder an der Macht, forderte sie das Ende des Streiks und des Aufstands im Ruhrgebiet.

Doch der Ruhrkampf hatte sich längst ausgeweitet: Nicht mehr nur die Abwehr des Putsches, sondern der Kampf um soziale Rechte, eine sozialistische Gesellschaft stand nun auf der Tagesordnung. Die Reichsregierung setzte schließlich die Reichswehr und Teile der Freikorps, die sich gerade noch mit den Putschisten sympathisiert hatten, gegen die Aufständischen ein. Von Münster und Paderborn kommend drangen die Soldaten ins Ruhrgebiet ein. Bei den Kämpfen und den anschließenden Massakern wurden über 2000 ArbeiterInnen ermordet.

Der Historiker Klaus Goehrke, der vor allem zu der Geschichte des Ruhrkampfes im Raum Kamen/Bergkamen/Hamm geforscht hat, wird über den Putsch, die Rote Ruhr Armee und die präfaschistischen Freikorps referieren.