Antifaschistische Linke Münster http://antifalinkemuenster.blogsport.de Fri, 05 Oct 2018 09:12:28 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en 1. November: Wen erinnern? Wie gedenken? http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/1-november-wen-erinnern-wie-gedenken/ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/1-november-wen-erinnern-wie-gedenken/#comments Fri, 05 Oct 2018 09:00:56 +0000 Administrator Allgemein http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/1-november-wen-erinnern-wie-gedenken/ „Wen erinnern? Wie gedenken? Antifaschistische Erinnerungsarbeit“

Erinnern und Gedenken an den Nationalsozialismus und seine Opfer ist immer Teil antifaschistischer Arbeit gewesen. Seit den 90er Jahren ist zudem die Frage nach der Auseinandersetzung mit rechter Gewalt nach 1945 und ihren Opfern in den Fokus gerückt. Inwiefern wird an diese Opfer erinnert? Welche Formen von Gedenkarbeit gibt es? Und welche gesellschaftliche Relevanz hat Erinnerungs- und Gedenkarbeit zu den jeweiligen Kontexten?
Aktivist:innen des antifaschistischen Projekts 271 und die Journalistin Heike Kleffner, die 2000 gemeinsam mit Frank Jansen die erste umfassende und seitdem mehrfach aktualisierte Recherche “Todesopfer rechter Gewalt seit 1990” veröffentlichte, werden mit uns über ihre Perspektiven auf antifaschistische Gedenkarbeit sprechen..

„Leo 16″ / Herwarthstraße 7 / Münster
Beginn: 19:30 Uhr

Hinweis der Veranstalter*innen: Mitglieder extrem rechter und rechtspopulistischer Parteien oder Organisationen, sowie Personen, die der rechten Szene angehören oder mit ihr sympathisieren oder in der Vergangenheit durch rassistische Wortbeiträge aufgefallen sind und Veranstaltungen gestört haben, sind von der Teilnahme an den Veranstaltungen ausgeschlossen. Die Veranstalter*innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

]]>
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/1-november-wen-erinnern-wie-gedenken/feed/
Aufruf gegen den Naziaufmarsch am 10.11.2018 in Bielefeld http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/aufruf-gegen-den-naziaufmarsch-am-10-11-2018-in-bielefeld/ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/aufruf-gegen-den-naziaufmarsch-am-10-11-2018-in-bielefeld/#comments Fri, 05 Oct 2018 08:01:12 +0000 Administrator Allgemein http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/aufruf-gegen-den-naziaufmarsch-am-10-11-2018-in-bielefeld/ +++ Naziaufmarsch in Bielefeld für inhaftierte Holocaustleugnerin am 10.11.2018 +++ Gemeinsame Anreise ab Münster. Infos folgen +++ Infoveranstaltung in Münster am 7.11.2018 +++

Remember History – Fight Fascism!

Vor 80 Jahren brannten am 9. November überall in Deutschland die Synagogen, jüdische Geschäfte wurden geplündert, Wohnungen verwüstet und Jüdinnen und Juden angegriffen. Während und unmittelbar in Folge des Pogroms starben mehr als 1.300 Menschen. Auch in Münster wurde die Synagoge niedergebrannt, rund 20 Wohnungen und Geschäfte verwüstet. Nach dem Pogrom deportierte das Nazi-Regime mehr als 30.000 jüdische Männer in Konzentrationslager. Die Reichspogromnacht markiert den Übergang von der Verfolgung der Jüdinnen und Juden, die auch schon zuvor erheblichen Diskriminierungen und Repressalien ausgesetzt waren, hin zur bürokratisch organisierten Vernichtungspolitik des deutschen Faschismus.

Mit Beginn des Krieges 1939 wurden Millionen Jüdinnen und Juden in ganz Europa in Ghettos gesperrt und in Lager deportiert, durch Polizei-, Wehrmachts- und SS-Einheiten erschossen, durch Zwangsarbeit getötet und in den Vernichtungslagern planmäßig im industriellen Maßstab ermordet.

Das Nazi-Regime behauptete, bei den Ausschreitungen des 9. November habe es sich um die „berechtigte und verständliche Empörung des deutschen Volkes“ gehandelt. Die Erschießung des deutschen Gesandten in Paris durch einen 17-jährigen Juden nahmen die Nazis zum Anlass einer reichsweit gesteuerten Aktion. Der staatlich gelenkten Propaganda folgten Befehle für die nächtlichen Angriffe durch die SA. Die Polizei griff nicht ein. Der Feuerwehr wurde vielerorts das Löschen der brennenden Synagogen untersagt.

80 Jahre später müssen wir nun feststellen, wie die Erinnerung an die Verbrechen des deutschen Faschismus zunehmend verblasst – trotz der zahlreichen Gedenkstätten und anderen Formen der institutionalisierten Auseinandersetzung mit der Geschichte. Vor dem Hintergrund eines Rechtsruck, der eine beängstigende Geschwindigkeit erreicht hat, sehen wir nicht nur ähnliche Mechanismen der Aufhetzung und die Bereitschaft der rechten Kräfte endlich „loszuschlagen“ und Jagd auf all jene zu machen, die in ihrem beschränkten Weltbild kein Platz haben (siehe bsp. Chemnitz).

Wir müssen auch hören, wie führende Politiker der AfD, „Hitler und den Nationalsozialismus“ als „nur einen Vogelschiss in über 1000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ bezeichnen (Alexander Gauland). Oder von der „dämlichen Bewältigungspolitik“ sprechen und eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ fordern (Björn Höcke). Dies sind keine Ausfälle Einzelner, sondern Ausdruck des AfD-Grundsatzprogramms, wo „die aktuelle Verengung der deutschen Erinnerungskultur auf die Zeit des Nationalsozialismus“ beklagt wird.
Die Entsorgung der deutschen Geschichte ist ein Herzensthema der extremen Rechten, wirft doch die Erinnerung an die Verbrechen des Faschismus einen dunklen Schatten auf ihren Ultranationalismus, steht einer aggressiven Machtpolitik entgegen und lässt rassistische Hetze unmoralisch erscheinen.

In ihrer rassistischen Hetze steht die AfD mittlerweile den Neonazi-Gruppen in nichts nach. Zurzeit geht es aber nicht gegen Jüdinnen und Juden, sondern gegen Zuwanderer*innen und Asylsuchende, insbesondere muslimischen Glaubens. Die AfD distanziert sich nur vordergründig vom Antisemitismus, denn noch ist kein AfD-Politiker, der antisemitische Positionen verbreitet hat, aus der Partei geworfen worden. Überhaupt ist eine Distanzierung von Antisemitismus seitens einer Partei, deren gesamte Politik auf die Verbreitung von Nationalismus und Rassismus ausgerichtet ist, per se unglaubwürdig. Die Feindbilder können schnell ausgetauscht werden. Wer wie die Rechten eine Jahrhunderte alte christlich-jüdische Tradition in Europa behauptet, der kann dies nur, wenn zugleich die Shoah zu einer unbedeutenden Randnotiz der Geschichte abgewertet wird.

Auf der Straße hat die AfD spätestens seit den Ausschreitungen von Chemnitz und dem Aufmarsch von Köthen den Schulterschluss mit Neonazis vollzogen. Die organisierte Neonazi-Szene profitiert ebenfalls von der Rechtsentwicklung, sie verspürt Rückenwind. Zugleich ist sie aber bemüht, als eigenständige Akteurin sichtbar zu bleiben. Ein bedeutender Teil der militanten Neonazis ist mittlerweile in der Partei „Die Rechte“ organisiert. Aktuell betreibt diese eine Kampagne mit dem Motto „Freiheit für Ursula Haverbeck“. Hier steht die Glorifizierung des deutschen Faschismus und die Leugnung seiner Verbrechen im Mittelpunkt.

Haverbeck war die Vorsitzende des verbotenen „Vereins zur Rehabilitierung des wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“. Sie und ihre Mitstreiter*innen leugnen den Massenmord an den Jüdinnen und Juden. Öffentlich bestreiten sie die Existenz der Shoah, wohl wissend, dass sie sich damit nach §130 StGB (Volksverhetzung) strafbar machen. Es ist ihr Kalkül, wegen ihrer Äußerungen vor Gericht gestellt zu werden.

Die Prozesse nutzen sie als politische Bühne, nach der Verurteilung inszenieren sie sich als verfolgte Opfer. Haverbeck hat diese Strategie in den letzten Jahren auf die Spitze getrieben. Die 89-jährige wurde immer wieder verurteilt, 2016 schließlich auch zu einer Haftstrafe ohne Bewährung. Am 2. Mai 2018 sollte sie die Haftstrafe antreten, erschien aber bewusst nicht, um sich festnehmen zu lassen. Seitdem ist ihr Status als Märtyrerin der Neonazi-Szene unangefochten. Kurz nach ihrer Verhaftung demonstrierten 500 Neonazis in Bielefeld. „Die Rechte“ hatte sie bereits Anfang des Jahres zu ihrer Spitzenkandidatin für die Europawahl gekürt.

Nun soll am 10. November 2018 anlässlich von Haverbecks 90. Geburtstag ein weiterer Naziaufmarsch in Bielefeld stattfinden. Vermutlich wird es der größte Naziaufmarsch in Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr.

So absurd es erscheinen mag, die offenkundige Tatsache der Shoah zu leugnen, die Neonazis erreichen mit ihrer Kampagne Resonanz weit über die eigene Szene hinaus. Die Kampagne reiht sich ein in die rechte Erzählung der angeblich „fehlenden Meinungsfreiheit“ und trifft auf offene Ohren bei all denjenigen, die mittlerweile jedes Faktum verneinen, das dem eigenen verqueren Weltbild entgegen steht.

Zudem wird Haverbecks Haft benutzt, um einmal mehr die rechte Erzählung zu bedienen, wonach (fremde) Gewalttäter von deutschen Justiz mit Milde bedacht würden, eine arme deutsche Oma aber für ein „Meinungsdelikt“ eingesperrt werde. Genauso argumentierte Björn Höcke bereits im Oktober 2016. So verwundert es auch nicht, dass die von einem brandenburgischen AfD-Landtagsabgeordneten verwaltete Facebook-Seite „AfD Termin Kalender“ zeitweise für den Naziaufmarsch zu Ehren Haverbecks warb.

Als Antifaschist*innen werden wir uns dem Rechtsruck entgegen stellen – und am 10. November an den Antifa-Aktionen in Bielefeld teilnehmen. Lassen wir nicht zu, dass die Erinnerung verblasst. Stellen wir uns all jenen entgegen, die die Verbrechen des deutschen Faschismus verharmlosen.

Gegen jeden Antisemitismus! Gegen Rassismus und Nationalismus!
Remember History – Fight Fascism!


Antifaschistische Linke Münster im Oktober 2018

]]>
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/aufruf-gegen-den-naziaufmarsch-am-10-11-2018-in-bielefeld/feed/
7. November: Vortrag über HolocaustleugnerInnen http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/7-november-netzwerk-und-aktivitaeten-der-holocaustleugnerinnen/ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/7-november-netzwerk-und-aktivitaeten-der-holocaustleugnerinnen/#comments Fri, 05 Oct 2018 07:00:07 +0000 Administrator Allgemein http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/7-november-netzwerk-und-aktivitaeten-der-holocaustleugnerinnen/ Netzwerk und Aktivitäten der HolocaustleugnerInnen

Nur zwei Tage nachdem die mehrfach wegen Holocaustleugnung verurteilte Ursula Haverbeck im Mai eine Haftstrafe antreten musste, marschierten 400 Nazis aus dem gesamten Bundesgebiet vor der Justizvollzugsanstalt in Bielefeld-Ummeln auf und solidarisierten sich mit Haverbeck.

Zehn Jahre zuvor, am 7. Mai 2008, war vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble das „Collegium Humanum“ in Vlotho wegen „fortgesetzter Leugnung des Holocaust“ verboten worden. Die 1963 von Werner Georg Haverbeck und Ursula Haverbeck-Wetzel gegründete „Heimvolkshochschule“ hatte sich im laufe ihrer Geschichte zu einem Zentrum der europäischen und internationalen Holocaustleugnung entwickelt. Doch auch nach dem Verbot setzte Ursula Haverbeck ihre Aktivitäten fort.

Für die extreme Rechte nach 1945 stellt der nationalsozialistischen Massenmorde vor allem an jüdischen Menschen, aber auch an Sinti und Roma, an Homosexuellen, an Menschen mit Behinderungen und an politischen Gegnerinnen und Gegnern ein zentralen Hindernis für das bruchlose Anknüpfen an den Nationalsozialismus dar. Bis heute stellen deshalb Neonazis das Vernichtungslager Auschwitz als Propaganda-Lüge dar und versuchen mit pseudowissenschaftliche Gutachten oder Berechnungen die historische Faktizität des Holocaust zu widerlegen.

Anlässlich des 90. Geburtstag Ursula Haverbecks mobilisieren Nazis nun abermals zu einer „Solidaritäts-Demonstration“ nach Bielefeld. Am 10. November wollen sie ab 13 Uhr in der Stadt aufmarschieren und einen Tag nach dem 80 Jahrestag der Novemberpogrome den Holocaust leugnen, relativeren und den Nationalsozialismus verherrlichen. Es wird vermutlich der größte Naziaufmarsch in diesem Jahr in NRW.

Ein Referent von „Argumente & Kultur gegen Rechts e.V.“ wird über die Strategien, Aktivitäten und Bedeutung der HolocaustleugnerInnen-Netzwerke informieren. Im Anschluss folgt ein kurzer Teil mit Informationen zu den antifaschistischen Gegenaktivitäten in Bielefeld.

„Leo 16″ / Herwarthstraße 7 / Münster
Beginn: 19:30 Uhr

Hinweis der Veranstalter*innen: Mitglieder extrem rechter und rechtspopulistischer Parteien oder Organisationen, sowie Personen, die der rechten Szene angehören oder mit ihr sympathisieren oder in der Vergangenheit durch rassistische Wortbeiträge aufgefallen sind und Veranstaltungen gestört haben, sind von der Teilnahme an den Veranstaltungen ausgeschlossen. Die Veranstalter*innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

]]>
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/10/05/7-november-netzwerk-und-aktivitaeten-der-holocaustleugnerinnen/feed/
3. Oktober: Antifaschistische Demo in Hamm http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/18/3-oktober-antifaschistische-demo-in-hamm/ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/18/3-oktober-antifaschistische-demo-in-hamm/#comments Tue, 18 Sep 2018 10:42:15 +0000 Administrator Allgemein http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/18/3-oktober-antifaschistische-demo-in-hamm/
Am 3. Oktober 2018 wird erneut eine antifaschistische Demonstration, organisiert vom Bündnis Haekelclub590, in Hamm stattfinden. Wir unterstützen das Anliegen dieser Demo und rufen euch auf, mit uns nach Hamm zu fahren.

Anreisetreffpunkt: 13 Uhr, Gleis 3, Hauptbahnhof Münster

Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf des lokalen Vorbereitungskreises

Im Mittelmeer ertrinken Flüchtlinge, rassistische Ausschreitungen in Chemnitz, Neonazistrukturen und der Rechtsruck. Es gibt viele Gründe auf die Straße zu gehen. Wir wollen der rassistischen Kälte etwas entgegensetzen und laden euch ein in diesem Jahr am 3. Oktober mit uns für eine solidarische Gemeinschaft auf die Straße zu gehen.

Gerade erst wurde in Chemnitz wieder deutlich, welcher Gefahr wir als freie Gesellschaft gegenüberstehen. Nach dem Mord an Daniel H. Ende August instrumentalisierten Rechte jedweder Couleur, von klassischen Neonazis, Identitären, Reichsbürger_innen, Hooligans und die Alternative für Deutschland (AfD) die Tat und bildeten erstmalig ein breites rechtsradikales Bündnis. Bei den Demonstrationen unter dem Deckmantel angeblicher Trauerveranstaltungen machten sie jagt auf vermeintliche “Ausländer”, Journalist_innen und Linke. Im Anschluss daran relativierte ein großer Teil der Politik die Ausschreitungen oder zeigten Verständnis für den Mob. Sowohl der Präsident des Verfassungsschutzes, dem bereits des Öfteren AfD-Nähe vorgeworfen wurde, als auch der Ministerpräsident Sachsens leugneten trotz eindeutiger Beweislage, dass es zu Hetzjagden auf Migrant_innen gekommen sei.

Hieran wird deutlich, dass weder Neonazis noch ihre menschenverachtenden Positionen gesellschaftlich isoliert sind. Zahlreiche Aspekte ihrer menschenverachtenden Positionen finden sich bis weit in die Mitte der Gesellschaft wieder. Diese äußern sich zum einen in offenem Nationalismus und zum anderen auch als rassistische Gewalt wie zuletzt in Chemnitz. Mit der AfD sitzt eine zum Teil neonazistische, geschichtsrevisionistische und rassistische Partei gewählt mit 12,6 Prozent im Bundestag. Allerdings weiten ebenfalls die etablierten Parteien die Grenze des „Sagbaren“ immer weiter aus. Jene Parteien verfolgen eine nationalistische Abschottungspolitik, welche das Sterben Tausender im Mittelmeer nach sich zieht. Währenddessen werden die Außengrenzen Europas immer mehr auf den afrikanischen Kontinent verlagert. Dabei werden immer mehr Staaten in denen offensichtlich Krieg herrscht und Terror an der Tagesordnung steht, als sicheres Herkunftsland eingestuft. Da selbst Afghanistan als angeblich sicher gilt, werden Menschen dorthin abgeschoben. Afghanistan in ein Kriegsgebiet in dem es ständig zu Anschlägen kommt, zuletzt am 12. September. Wobei 68 Menschen getötet und mindestens 165 verletzt wurden. Nebenbei handeln die europäischen Staats- und Regierungschefs Deals mit Diktator_innen aus, die Flüchtlinge foltern, zurückhalten und gegen grundlegende Menschenrechte verstoßen. Zudem wird innenpolitisch gezündelt und rechte Politik betrieben. Wenn Politiker_innen, von Obergrenzen, “Gastrecht”, der Legitimation rassistischer Ängste sprechen oder nach den Neonazi-Ausschreitungen in Chemnitz die “Migration als Mutter aller Probleme” bezeichnen, befeuert diese rechte Rhetorik und Politik, das gesellschaftliche Klima und rückt es nach rechts. Auch sollen in fast jedem Bundesland strengere Polizeigesetze eingeführt werden, welche die Grundrechte und die Freiheiten jedes einzelnen massiv einschränken, dies trägt nicht zur Besserung der Lage bei – im Gegenteil. Durch solch eine Politik werden nationalistische Positionen mehrheitsfähig gemacht und Rechtsradikale sowie Neonazis in ihrem Handeln bestärkt. Das dies nicht nur ein Problem in Chemnitz und Ostdeutschland generell ist, sieht man an den Beispielen von „HoGeSa“ in Köln oder „Mütter gegen Gewalt“ in Bottrop. Hinter diesen vermeintlich harmlosen Namen verstecken sich neonazistische Gruppen, die so versuchen ausländerfeindliche und menschenverachtende Hetze schön zu verpacken.

Was passiert, wenn bestens vernetzte Neonazis ungestört agieren können zeigt sich in diesem Jahr wieder einmal hier bei uns in Hamm. Die Neonaziszene ist nach fast zwei Jahren ohne öffentliche Veranstaltungen in diesem Jahr wieder massiv in die Öffentlichkeit getreten. Angefangen mit einer Mobilisierungskundgebung mit anschließender Spontandemonstration der Partei “Die Rechte” am 31. März für die im April in Dortmund stattgefundene “Europa Erwache”-Demonstration und einer weitere Kundgebung am 7. April der Neonazis in Hamm gegen vermeintliche “Polizeiwillkür”. Am gleichen Tag wie die Veranstaltung am 31. März ging die Internetpräsenz der Partei “Die Rechte” und “parteifreien Kräften” unter dem Namen “Nationaler Aufbruch Hamm” an den Start. Ebenfalls fanden im Jahr 2018 bereits sieben Rechtsrock Konzerte und Liederabende in den Räumlichkeiten der Neonazis im Kentroper Weg 18, welches von den Neonazis als “Zuchthaus” oder “Nationales Zentrum” bezeichnet wird, statt. Bei diesen Veranstaltungen werden Rassismus, Antisemitismus und das dritte Reich zelebriert. Auch der Geburtstag Adolf Hitlers wurde von den lokalen Neonazis in diesen Räumlichkeiten gefeiert. Von diesen Freiräumen für Neonazis gehen aber nicht nur Veranstaltungen aus. Auch das Kleben von Plakaten, zuletzt für eine Veranstaltung zum Todestag von Rudolf Heß, das Sprühen von Graffiti und das Anbringen von Bannern, welche Solidarität mit der inhaftierten Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck forderten, werden von dort koordiniert.

Einem weiteren Ausbau der rechten Szene in Hamm müssen wir entgegentreten. Eine wichtige Forderung ist dabei die Schließung des Kentroper Wegs. Doch das allein kann und wird nicht reichen. Neonazistrukturen gehören konsequent bekämpft. Dazu gehört auch das gesellschaftliche Klima. Der Rechtsruck, die sich ausbauenden Nazistrukturen und die zunehmende menschenfeindliche Kälte in Deutschland gehen uns alle was an. Sie sind ein Angriff auf das gute Leben von allen, die nicht in das rechte Menschenbild passen. Lasst uns gemeinsam zeigen, dass wir mit der Situation nicht zufrieden sind. Wir rufen jede_n dazu auf, am 03. Oktober gemeinsam mit uns für eine solidarische Gesellschaft ohne Rassismus, Sexismus, Antisemitismus und andere menschenverachtende Einstellungen auf die Straße zu gehen.

3. Oktober 2018 / 14 Uhr / Willy-Brandt-Platz/Bahnhofstr. / Bahnhof Hamm [Westf.]

]]>
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/18/3-oktober-antifaschistische-demo-in-hamm/feed/
Seebrücken-Demo am 15. September 2018 http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/12/seebruecken-demo-am-15-september-2018-in-muenster/ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/12/seebruecken-demo-am-15-september-2018-in-muenster/#comments Wed, 12 Sep 2018 15:34:53 +0000 Administrator Allgemein http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/12/seebruecken-demo-am-15-september-2018-in-muenster/

]]>
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/12/seebruecken-demo-am-15-september-2018-in-muenster/feed/
Ein Rückblick auf 10 Jahre ALM http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/11/ein-rueckblick-auf-10-jahre-alm/ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/11/ein-rueckblick-auf-10-jahre-alm/#comments Tue, 11 Sep 2018 09:16:48 +0000 Administrator Allgemein http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/11/ein-rueckblick-auf-10-jahre-alm/ Im Januar 2008 gründete sich die Antifaschistische Linke Münster. Entstanden sind wir aus einem Vorläuferprojekt, der Antifaschistischen Aktion Münster, die nur ein Jahr lang bestand. Wir starteten mit dem Anspruch, eine öffentlich wahrnehmbare und ansprechbare Antifa-Gruppe in der Stadt werden zu wollen. In unserem ersten Jahr waren wir sehr aktiv, mobilisierten zu zahlreichen Protesten, führten die monatliche Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Searchlight“ fort, organisierten ein Konzert am 8. Mai, dem Tag der Befreiuung vom Faschismus und vieles mehr. Anlässlich unseres 10-jährigen Geburtstags werden wir nun 10 plus 1 Schlaglichter auf zehn Jahre Antifa-Arbeit in unserer Stadt werfen. Wir haben Aktionen und Erreignisse ausgewählt, die auch rückblickend betrachtet wichtig für unsere Gruppe waren. Natürlich fallen bei der Auswahl viele Dinge unter den Tisch. In der Gesamtheit entsteht dann aber doch ein Eindruck davon, wie vielfältig Antifa-Arbeit ist.

2008

Beginnen wollen wir mit einem Foto von dem ersten Blockadetraining, das wir organisierten. Es fand im August in der Grünanlage am Kanonengraben statt und diente der Vorbereitung für die großen Proteste im September in Köln. Dort wollte die „Bürgerinitiative pro NRW“ einen „Internationalen Anti-Islamisierungskongress“ abhalten. Daraus wurde aber nichts, weil 10.000 Antifaschist*innen alle Zugänge zum Heumarkt blockierten. Ein echter Dämpfer für die Rechten. „Das Desaster von Köln dürfte ihre Attraktivität bei möglichen MitstreiterInnen deutlich reduziert haben. Das wird den eh ins Stocken geratenen NRW-weiten Ausbau ihrer Organisation weiter behindern“, schrieben wir im Anschluss in der zweiten Ausgabe unserer Flugschrift „Antifa-Print“.

Tatsächlich gelang „pro NRW“ nie der große politische Durchbruch. Ihren Themen sind aber geblieben und werden heute von der AfD erfolgreich in einer Art und Weise bedient, die sich die um „Seriosität“ bemühten „pro NRW“-Funktionär*innen nicht unbedingt getraut hätten…

Uns motivierte der Erfolg von Köln an dem Konzept der Massenblockaden festzuhalten, was dann zwei Jahre später auch in Dresden sehr erfolgreich angwendet werden sollte.

Rechte Spinner versuchten übrigens im Internet unser Aktionstraining zu skandalisieren. Doch die Polizei Münster blieb cool: „Die Polizei schenkte dem Treiben auch keine Beachtung. ‘Warum auch?’, fragt Polizei-Sprecher Alfons Probst: ‘Das ist nicht strafbar.’ Aktionen dieser Art seien kein neues Phänomen.“ (WN vom 26.08.2008).

2009¶

Da sich die kapitalistische Krise nach Insolvenz der Investmentbank „Lehman Brothers“ im September 2008 verschärfte, versuchten wir uns an der Analyse und Diskussion dieser Erschütterungen und den nachfolgenden Veränderungen. Wir wollten also auch „die K-Frage stellen“, wie es die „Interventionistische Linke“ anlässlich eines Kongresses in Frankfurt ausdrückte. Im Dezember 2008 luden wir deshalb in die FH zu einer Podiumsdiskussion mit Werner Rätz (IL) und Steffen Frank (Konkret). Einen Teil der Veranstaltung könnt ihr im „Antifa-Print“, Ausgabe 3, nachlesen.

Im Oktober 2009 folgte dann eine Veranstaltung mit Karl-Heinz Roth. Die Folgen der Krise, ihrer Metamorphose von einer Finanz- hin zu einer Staatsschuldenkrise sowie die auch als Reaktion auf die Krise zu deutende Zunahme rechtspopulistischer und autoritärer Bewegungen und Regierungen in Europa, machen uns noch immer zu schaffen.

In einer weiteren Podiumsdiskussion befassten wir uns 2009 mit der Revolte gegen das iranische Regime. Daneben gab es in diesem Jahr viele Veranstaltungen unserer Reihe „Searchlight“, Proteste gegen Studiengebühren und selbst ernannte „Lebensschützer“, Unterstützung einer Hausbesetzung in der Grevener Straße sowie eine Soli-Party in der Baracke, die dank des Ordnungsamtes von der Polizei gestürmt wurde. Die hetzte einen Polizeihund auf einen Besucher, der durch Bisse verletzt wurde.

2010

Über Jahre wuchs der Aufmarsch anlässlich der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg zum größten Naziaufmarsch in Europa an. Ab 2009 starteten die Bündnisse „Dresden Nazifrei“ und „No Pasaran“ eine bundesweite Mobilisierung mit dem Ziel, den Aufmarsch zu verhindern. Bereits im zweiten Jahr gelang dies dank einer großen Kraftanstrengung: Tausende Antifaschist*innen aus dem gesamten Bundesgebiet fuhren organisiert in die sächsische Landeshauptstadt. Alleine aus Münster fuhren drei Reisebusse. Hier hatten wir u.a. zusammen mit den Jusos und der Linksjugend ein lokales Bündnis geschmiedet.

Dresden im Februar, das waren lange Reisen in der Nacht, Schnee und Kälte vor Ort und zum Teil brenzlige Situationen in den Nebenstraßen und auf den Rastplätzen. 2010 gelangte unser Konvoi so früh in die Stadt, dass wir mit den Bussen quasi bis zum Blockadepunkt fahren konnten. 2011 mussten wir dann schon am Rande der Autobahn raus und stießen früh auf Berliner Polizeihundertschaften. Aber auch diesmal waren wir und viele tausend andere Antifaschist*innen nicht zu stoppen. Massenblockaden verhinderten den Aufmarsch zum zweiten Mal in Folge. 2012 war dann seitens der Nazis erst mal Schluss mit dem einst größten Naziaufmarsch Europas.
Im Nachhinein stellte sich übrigens heraus, dass AfD-Politiker Björn Höcke 2010 mit seinen Kamerad*innen im blockierten Naziaufmarsch feststeckte. Blockaden der AfD haben bei uns also auch eine gewisse Tradition.

2011

Es gibt einige in unserer Gruppe, die sagen, dass unsere Diskussionsrunde über „Genova 2001 – 10 Jahre danach“ eine der besten Veranstaltungen war, die wir je gemacht haben. Das Interesse, die Erfahrungen aus den Protesten anlässlich des G8-Gipfels 2001 in Italien zu reflektieren, war auf jeden Fall groß. Der „Club Courage“, ein mittlerweile leider nicht mehr existenter linker Veranstaltungsort, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Eingeladen hatten wir (in Kooperation mit der Münsteraner „Gruppe B.A.S.T.A“) drei Aktivisten, um über ihre Erlebnisse in Genua zu und die Folgen zu berichten. Wir wollten damit ein Stück linker Bewegungsgeschichte erzählen und zur Diskussion stellen; wollten Menschen, die „damals“ dabei waren, mit jenen zusammenbringen, die nicht vor Ort waren, für die „Genua“ aber ein Bezugspunkt, vielleicht gar ein Mythos ist. Ein ausführlicher Bericht über die Veranstaltung erschien wenig später in der Ausgabe 45 der Zeitschrift „Arranca“.

Die Tage von Genua wurden von exzessiver Polizeigewalt und Straßenschlachten begleitet. Am 20. Juli erschoss die italienische Polizei den militanten linken Aktivisten Carlo Guiliani. Am Jahrestag seiner Ermordung demonstrierten ca. 40 Leute in Münster unangemeldet und farbenfroh durch die Innenstadt.

2012 -1

Ende 2011 wurde bekannt, dass Nazis für den 3. März 2012 einen Aufmarsch in Münster angemeldet haben. Zu diesem Zeitpunkt existierte seit gut zwei Jahren eine Nazi-Kameradschaft, die sich „Nationale Sozialisten Münster“ („nasoms“) nannte und einige kleiner Flugblattverteilungen und Plakataktionen durchgeführt hatte, in der Stadt aber „kaum wahrnehmbar“ war, wie wir im September 2011 werteten. Aber die Kameradschaft, die im Stile der „Autonomen Nationalisten“ auftrat, war innerhalb der Nazi-Szene gut vernetzt, so dass sie mit maßgeblicher Unterstützung von Nazis aus Hamm einen Aufmarsch in Münster plante. Die letzten beiden Nazi-Aufmärsche hatten 2006 im Hansaviertel (nach wenigen Meter blockiert!) und in Hiltrup (aufgrund von Blockaden verkürzt) stattgefunden.

Auf den Erfahrungen in Münster und auch in Dresden aufbauend, beteiligten wir uns an der Initiierung eines neuen spektrenübergreifenden Bündnisses: Das„Keinen Meter den Nazis“-Bündnis. Angetreten mit dem Ziel den Naziaufmarsch – wie in Dresden – zu blockieren, gelang zwar eine große Mobilisierung der antifaschistischen Kräfte, aber dank eines polizeilichen Ausnahmezustands im Stadtteil Rumphorst konnten die Nazis dennoch laufen. Das Verhalten der „polizeilichen Besatzungsarmee“ sorgte im Viertel auch im Nachgang für großen Ärger. In einer umfangreichen Dokumentation zogen wir ein Resümee der Proteste. Mit den „NaSoMs“ war es Ende des Jahres dennoch vorbei, sie mussten sich eingestehen, dass Münster kein gutes Pflaster für sie ist.

Das „Keinen Meter“-Bündnis besteht bis heute fort – zur Zeit tritt es vor allem dann auf den Plan, wenn die AfD öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen macht. Aber auch 2012 und 2013 war es vielfach gefordert, weil die NPD, „pro NRW“ und „pro Deutschland“ in Münster Kundgebungen abhielten. Besonders in Erinnerung blieb der NPD ihr Auftritt 2013. NPD-Chef Holger Apfel schrieb danach, er sei ja schon einiges an „Polizeiwillkür“ und „linken Abschaum“ gewohnt, aber „das Erlebte stellt alles in den Schatten“. Gerne geschehen!

2012 – 2

Weil wir der historischen Wahrheit verpflichtet sind, gibt es ausnahmsweise noch einen Beitrag über das Jahr 2012. Nachdem der Rat der Stadt Münster beschlossen hatte, den Hindenburgplatz in Schlossplatz umzubenennen, liefen einige konservative und extrem rechte Münsteraner*innen Sturm. Sie wähnten Tradition und Kultur bedroht, sollte der Reichspräsidenten Hindenburg, der sich als Steigbügelhalter Hitlers profilierte, nicht länger geehrt werden. Sie sammelten genug Unterschriften, um einen Bürgerentscheid über die Rückumbenennung in Hindenburgplatz durchzusetzen. Eine geschichtspolitische Debatte entbrannte und auch eine Bürgerinitiative „Schlossplatz bleibt“ bildete sich.

Welche Rolle sollten wir in der Auseinandersetzung spielen? Klar war: Der hanebüchenen Unsinn, der von Seiten der pro-Hindenburgplatz-Fraktion verbreitet wurde, kann nur mit gnadenloser Überspitzung beantwortet werden. Also setzen wir gemeinsam mit vielen Freund*innen die Pickelhaube auf und gründeten gemeinsam die „Hindenburg Jugend“. Denn: „Bei näherer Betrachtung entpuppt sich die Initiative ‘Pro Hindenburgplatz’ jedoch als bisweilen linksliberal argumentierende Luftnummer, die es scheut, sich klar und konsequent zu den Idealen des großen Generalfeldmarschalls Paul von Hindenburg zu bekennen.“ Die „Hindenburg Jugend“ hingegen bekannte sich aufrichtig zum Militarismus und forderte: „Wer Hindenburg nicht liebt, soll Münster verlassen!“

Fortan warb sie nicht nur für ihre Forderungen, sondern machte sie auch daran, die „unsägliche Nutzung des Platzes zu Ehren des Siegers von Tannenberg als Rummelplatz und Parkmöglichkeit“ zu unterbinden. Anlässlich Hindenburgs 78. Todestages wurden Kartoffeln auf dem Platz gepflanzt: „Bereits während des Zweiten Weltkriegs wurde die Münsteraner Bevölkerung durch Kartoffelfelder auf dem Hindenburgplatz ernährt. Was damals richtig war, kann auch in der aktuellen Krise nicht falsch sein. Auch in den heutigen Zeiten bedarf es einer einer Versorgung der Münsteraner aus dem Herzen der Stadt anstelle billiger Importfrüchte aus dem Süden. Dafür wurde nun der Grundstein gelegt – ‘Preußens Gloria’ gedeiht auf dem Hindenburgplatz und wird bald die Münsteraner ernähren. Die Hindenburg Jugend Münster prophezeit eine reiche Ernte, denn der Boden von Deutschlands größter innerstädtischen Freifläche ist fruchtbar. Jahrelange Düngung durch Reisebusse aus dem Sauerland und den Niederlanden haben ihn in einen der nährstoffsreichsten Acker der Stadt verwandelt“, wurde dem Volke mitgeteilt.

Aufgrund der Beteiligung von JuSos an den Aktionen entstand das hartnäckige Gerücht, die „Hindenburg Jugend“ sei der sozialdemokratischen Phantasie entsprungen. Unsere Klarstellung, man kenne nicht länger Parteien, sondern nur noch Deutsche, wurde leider ignoriert. Also bekennen wir uns hier und jetzt zu unserer Beteiligung an Münsters einzig aufrechter Jugendorganisation (derzeit im niederländischen Exil).

2013

In diesem Jahr nahm die Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex und dessen „Aufarbeitung“ einen großen Raum ein. Die Selbstenttarnung des NSU im November 2011 hat auch uns geschockt. Wenig später, im März 2012, luden wir Referent*innen des apabiz aus Berlin zu einem ersten Vortrag zum Thema „’Kein 10. Opfer!’? – Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsterror und die Rolle des Staates“ nach Münster ein. Im November 2012 referierte dann die Landtagsabgeordnete Katharina König zum Thema. (nachhören)

Nach und nach kamen weitere Details über das Nazi-Netzwerk, den institutionellen Rassismus in den Ermittlungsbehörden und die Verstrickungen der Geheimdienste ans Tageslicht. Wir versuchten mit unterschiedlichen Mitteln, die notwendige Forderung nach Auflösung der Verfassungsschutzbehörden auf die Tagesordnung zu setzen, die wir nicht nur mit der Verstrickung der Geheimdienste in die Nazi-Szene begründeten. Über den Verfassungsschutz schrieben wir, dass er „seit jeher ein Instrument der herrschenden Politik ist um mittels eines willkürlichen Extremismus-Vorwurfes politische Positionen als antidemokratisch und verfassungsfeindlich zu stigmatisieren und deren Vertreter*innen aus der politischen Diskussion auszugrenzen.“

Während wir im November 2012 die Demonstration vor dem „Bundesamt für Verfassungsschutz“ in Köln-Chorweiler unterstützten, organisierten wir im Mai 2013 eine Busanreise der kurz vor Beginn des Münchener NSU-Prozesses stattfindenden Demo „Gegen Naziterror, staatlichen und alltäglichen Rassismus! Verfassungsschutz abschaffen“. Der Auseinandersetzung mit dem NSU-Komplex diente auch das Gastspiel des Nö-Theaters im April 2013 in Münster.

Bis heute sind wir am Thema geblieben, zahlreiche weitere Veranstaltungen, Mobilisierungen zu den Gedenkveranstaltungen in Dortmund, eine symbolische Straßenumbenennung und Redebeiträge folgten (zuletzt diesen hier)

Dank treuer Unterstützung aus der Politik gelang es den Verfassungsschutzbehörden aber nicht nur ihrer Auflösung zu entgehen, sondern ihre Kompetenzen und Möglichkeiten sogar noch auszubauen. Ihre Praxis hat sich seitdem nicht verändert: verwiesen sei auf die jüngst bekannt gewordenen Kontakte von BfV-Chef Maaßen zu führenden AfD-Politikter*innen oder die Lügen über V-Leute im Umfeld des islamistischen Terroristen Anis Amri.

2014

Wenn wir ein Ranking machen würden mit den Städten, wo wir am häufigsten bei antifaschistischen Aktionen waren, dann wäre das Ergebnis eindeutig: Dortmund und Hamm. Nicht verwunderlich, ist doch in beiden Städten seit Jahren eine große Nazi-Szene zu verzeichnen, die seit dem Jahr 2000 bzw. 2003 zahllose Aufmärsche durchführte. Außerdem liegen beide Städte ja auch in der Nachbarschaft Münsters.

In der öffentlichen Wahrnehmung fällt Hamm stets hinter Dortmund zurück. Wir entschlossen uns vor geraumer Zeit, besonders die aktiven Genoss*innen in Hamm zu unterstützen. Neben der Antifa bildete sich dort mit dem „Haekelclub 590“ ein Bündnis, dem erstmals wieder größere Gegenmobilisierungen gelangen und dass zudem zahlreiche andere Aktionen und Veranstaltungen organisierte. Gemeinsam versuchten wir auch in Hamm einen regelmäßigen Naziaufmarsch zu blockieren. Bewusst wählten wir für eine Vorabenddemo am 2. März 2012 auch Hamm und nicht Münster. Unsere Gründe legten wir unter anderem in einem gemeinsamen Text mit der Antifa Hamm dar.

Wir machen uns noch immer dafür stark, dass Antifaschist*innen aus Münster regelmäßig zu Aktionen nach Hamm fahren. Es kann schließlich nicht angehen, es sich hier in einer Stadt ohne organisierte Naziszene in den subkulturellen Nischen bequem zu machen und die Menschen dort in ihrer Auseinandersetzung alleine zu lassen. Ein aktueller Brennpunkt in Hamm ist das „Nationale Zentrum“ am Kentroper Weg, dass sich zu einem überregional wichtigen Veranstaltungsort für Rechtsrock-Konzerte entwickelt hat.

* Am 4. Oktober laden wir übrigens zur Gesprächsrunde mit Antifaschist*innen aus Hamm und Dortmund. Thema: „Schon wieder ein Naziaufmarsch? Antifa-Arbeit zwischen Abwehrkampf und dem Aufbau eigener Strukturen“.

2015

Die Beschäftigung mit dem historischen Faschismus ist für uns als Antifa-Gruppe selbstverständlich. Jedes Jahr beteiligen wir uns an der Gedenkkundgebung am 8. Mai, so auch 2015 anlässlich des 70. Jahrestags der bedingungslosen Kapitulation Nazi-Deutschlands, dem Tag der Befreiung. 2015 fand neben der Kundgebung auch eine Demonstration statt. Der 8. Mai ist in Deutschland kein offizieller Gedenktag, aber er ist ein „Tag der Antifa-Bewegung“, wie wir bereits 2008 festhielten.

Doch über die Freude darf nicht vergessen werden, „dass diese Befreiung für all jene Menschen zu spät kam, die von den Nazis ermordet wurden.“ Die Schicksale der Opfer stehen deshalb bei den Veranstaltungen im Vordergrund. Gemeinsam mit der VVN/BdA bemühten wir uns am 8. Mai stets auch ein Zeitzeug*innen-Gespräch zu organisieren. So sprach beispielsweise 2008 die Holocaust-Überlebende Celine van der Hoek aus Amsterdam bei der Kundgebung. Mittlerweile sind die meisten Zeitzeug*innen der Nazi-Barbarei verstorben. Celine starb am 30. September 2011 im Alter von 91 Jahren.

Um die Stimmen der Überlebenden nicht dem Vergessen anheim fallen zu lassen, müssen wir neue Wege gehen. 2015 stellten wir deshalb Celines Leben in den Mittelpunkt unserer Rede, die Audiomitschnitte ihrer Berichte enthielt. In diesem Jahr zeigten wir im Cinema ein filmisches Porträt der jüdischen Partisanin Fania Yocheles-Brantsovskaya aus Litauen.

2016

Im Sommer 2015 wurde die „Flüchtlingskrise“, die eigentlich eine Krise der Festung Europa ist, zu dem bestimmenden Thema in der Öffentlichkeit. Wegen Kriegen und wirtschaftlicher Not sowie in der Hoffnung auf ein besseres Leben haben sich Hunderttausende auf den Weg Richtung Europa gemacht. „Für eine kurze Zeit waren Grenzen offen und das unmenschliche Dublin-System faktisch außer Kraft gesetzt“, schrieben wir in einem Aufruf.

Auf den kurzen Sommer der Migration, der von einer „bislang ungekannten Welle der praktischen Solidarität mit Geflüchteten“ einher ging, folgte aber ein Herbst und Winter, die geprägt waren von zahlreichen Asylrechtsverschärfungen und rassistischen Mobilisierungen. Letztere entstanden nicht erst 2015, sondern begleiteten die Debatte um Flucht und Asyl bereits seit 2012. Wir mussten feststellen: „Kaum ein Tag vergeht ohne rassistisch motivierte Angriffe auf Menschen oder Unterkünfte für Geflüchtete. Keine Woche vergeht ohne Dutzende Aufmärsche von Rassist*innen jeglicher Coleur, die teils in pogromartigen Ausschreitungen enden. […] Der deutsche Mob ist 2015 in Volksfeststimmung – mit SixPack und Benzinkanister.“

Auch in Münster wurden zwei Brandanschläge auf eine noch unbewohnte Unterkunft für Asylsuchende im Stadtteil Hiltrup verübt. Zusammen mit dem „Bündnis gegen Abschiebungen“ riefen wir zu einer Kundgebung auf.

Die Täter, zwei junge Erwachsene aus dem Stadtteil, konnten kurz nach der zweiten Tat verhaftet werden. Während in Münster die rassistische Motivation nicht verleugnet werden konnte, forderte die Verharmlosung von Anschlägen, wie jener 2012 in Hopsten, immer wieder unsere antifaschistische Intervention heraus.

Der Kampf für die Rechte von Geflüchteten und Migrant*innen ist fester Bestandteil antifaschistischer Politik. EIn Kampf, der heute notwendiger denn je ist.

2017

Kommt Leute, das ist ja gar nicht so lange her. Deswegen nur ein paar Stichworte. Sicherlich stand die Auseinandersetzung mit der AfD im Vordergrund. Ihr erinnert euch sicherlich noch an die große Kundgebung des „Keinen Meter“-Bündnisses im Februar auf dem Prinzipalmarkt. Anlass war ein Neujahrsempfang der extrem Rechten mit Frauke Petry. Es folgte weitere Kundgebungen gegen AfD-Veranstaltungen in Gremmendorf und Hiltrup. Mit der Kampagne „Keine Stimme der AfD“ setzten wir und andere Antifaschist*innen den Wahlkämpfen der AfD etwas entgegen. Auch wenn unsere Aktivitäten sicherlich nicht das ausschlaggebende Punkt waren, einen Teil werden sie dazu beigetragen haben, dass die AfD in Münster bei der Bundestagswahl ihr schlechtestes Ergebnis einfuhr.

]]>
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/11/ein-rueckblick-auf-10-jahre-alm/feed/
Große Soli-Tombola am 14.09. – Danke an alle Spender*innen http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/09/541/ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/09/541/#comments Sun, 09 Sep 2018 20:29:36 +0000 Administrator Allgemein http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/09/541/ Auch wenn wir uns sonst eher Anhänger*innen der Theorie der „angreifbaren Traditionspflege“ sind, gibt es doch Dinge, die auch wir gerne etablieren: Wie auch bei unserem 5-jährigen Jubiläum wird es bei unserer 10 Jahresfeier am 14.09. eine große Soli-Tombola mit tollen Preisen geben. Hier ein kleiner Vorgeschmack und ein großes Dankeschön an alle unsere Spender*innen!

Von Kollektiv Aroma Zapatista gibt es ein großes Paket Bio-Tee aus der kollektiv verwalteten Teekooperative SCOP TI in Géménos bei Marseille. Entstanden aus einem langwierigen und harten Arbeitskampf gegen das Unternehmen Unilever, der in einer mehr als dreijährigen Besetzung der Fabrik gipfelte, produziert SCOP TI seit 2014 Tee nach biologischen, fairen und solidarischen Prinzipien. Alle Infos findet ihr hier: https://www.aroma-zapatista.de/scopti-infos

Den Vorwurf „Oi!-Verräter*innen“ zu sein, lassen Audiolith nicht auf sich sitzen und kaufen sich mit einer fetten Spende an „die Antifa“ frei. Mit dabei sind u.a. Special Edition Boxsets von Neonschwarz und Frittenbude für den gepflegten Abriss mit politischem Anspruch. Mehr davon, von Electro bis Hip-Hop und Punk, findet ihr im Audiolith-Shop: https://shop.audiolith.net/Start

Die Genoss*innen von Opor Streetwar haben uns trotz krankheits- und urlaubsbedingter Notbesetzung mit einem fetten Paket aus T-Shirts und einigen Extras bedacht. So könnt ihr auch im Spätsommer mit einer unmissverständlichen Ansage an Nazis und andere Arschlöcher auf die Straße gehen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, findet im Opor Online-Shop mehr davon: https://www.opor-streetwar.com/

Die gute alte Tante Guerilla hat ein Herz für die gute alte ALM und hat uns gleich zwei Pakete geschickt. Darin findet ihr u.a. LPs, CDs und Merch von eher düster (Hysterese), über hymnisch (The Baboon Show), bis hin zu bissig-politisch (Pascow, Giulio Galaxis). Mehr davon, u.a. die großartigen Kidnap Music Releases und tonnenweise Klamotten, gibt es in Trier oder in diesem Internet unter: https://tanteguerilla.com/Startseite Und wir würden uns sehr freuen wenn das „Ich möchte Alexander Gauland die Brille von der Nase schlagen“-Shirt Schule machen würde, nicht nur wegen der But Alive-Reminiszenz ;)


Nicht nur politisch und inhaltlich wertvolle und besondere, sondern auch grafisch tolle gestaltete Bücher gibt es bei den Genoss*innen von bahoe books. Die haben uns mit einem tollen Paket aktueller Bücher ausgestattet, ihr könnt euch z.B. von Sebastian Lotzer in „Begrabt mein Herz am Hermannplatz“ erzählen lassen, warum die Autonomen nicht von den Bullen sondern eher von sich selbst besiegt wurden (wenn überhaupt!) oder in „Valter verteidigt Sarajevo“ etwas über den Kampf antifaschistischer Partisan*innen gegen die Wehrmacht im ehemaligen Jugoslawien lernen. Mehr davon findet ihr im Herbst/Winterprogramm an unserem Infotisch oder am Besten gleich unter: http://www.bahoebooks.net/start_de.php

Auch aus dem hohen Norden kam ein großes Solipaket. Und zwar von den Genoss*innen des Kollektivs Black Mosquito. Deren „to our friends“-Solikalender sehen nicht nur schick auch, sondern regen mit ihren Infos zu vielfältigen Formen des Widerstands gegen Staat, Nation und Kapital auch zu Diskussionen am WG-Tisch oder im Internet an. Mehr Stuff von schick über praktisch bis inhaltlich wertvoll bietet der Online-Shop unter: https://black-mosquito.org/

Unsere Freund*innen von roots of compassion feiern dieses Jahr bereits ihr 15-jähriges Bestehen: Herzlichen Glückwunsch – schön dass es euch gibt! Seit Jahren bringen Sie nicht nur faire Produkte und Infomaterial unter die Leute, sondern unterstützen mit ihrem Kollektiv regelmäßig Aktivist:innen und Veranstaltungen – dieses Mal haben Sie für uns ein schickes Paket aus Aufnähern, Buttons und Fahnen nebst passendem Sportbeutel gespendet. Die nächste Demo kann also kommen. Alles was ihr dafür sonst noch braucht bekommt ihr im – übrigens dieses Jahr brandneu gestalteten – Shop: https://www.rootsofcompassion.org/

Unser Lieblingsprogrammkino in Münster bringt euch zwei tolle Filme nach Hause und lädt zwei von euch gleich ein. Das Cinema Münster spendet uns DVDs von Moonlight, sowie zwei Kinogutscheine. Das spannende Programm gibt es hier: http://www.cinema-muenster.de/menu/programm.html

Getreu seinem Motto stattet euch der Grandioso Versand mit einem einem Paket aus Anarchie, Punkrock und politischer Bildung aus: Aufnäher, Shirt und Beutel mit klarer Message und ein Gutschein, mit dem ihr selbst entscheidet, worin ihr den investiert. Unser Favorit: Checkt das „Dorfpunx – Smash Fascism!“ Shirt und macht das Hinterland unruhig! https://grandioso-versand.de/

Der True Rebel Store aus Hamburg stattet euch passend zum kommenden Aufstand und/oder Herbst mit schicken Shirts und Sweatern aus. Absolut.Antifa. Das können wir nur unterschrieben. Mehr davon – ob fürs Gym oder für den Club – findet ihr nicht nur in Altona sondern auch im neu gestalteten Online-Shop unter: https://true-rebel-store.com/

Das Berliner Kollektiv Links Lesen gibt es bereits seit 30 Jahren. Seit Anfang des Jahres betrieben sie aber auch einen Online-Buchladen, in dem ihr nahezu alles bekommt, was eine ISBN hat. Die Überschüsse gehen an politische Initiativen und soziale Bewegungen, dazu gibt es regelmäßig tolle themenbezogene Buchtipps. Es gibt also wirklich keine Entschuldigung mehr für Bestellungen bei Amazon. Mehr gibt es hier: https://www.links-lesen.de/ Uns haben sie mit „30 Jahre Antifa in Ostdeutschland“ und dem neuen „Fantifa“-Sammelband zwei Bücher gespendet, die aktueller und notwendiger sind denn je.

Nicht nur online, sondern auch vor Ort gibt es gute Bücher aus solidarischen Händen. Der Rosta Buchladen ist eine Münsteraner Institution für kritische Literatur, aber nicht nur dafür. Das beweist das Rosta-Team eindrucksvoll mit einem großen Paket Urlaubslektüre, das sich auch prima für den herbst eignet. Darunter u.a. Wo noch Licht brennt von Selim Özdogan. Und bestellen kann man nicht nur online – ihr kriegt auch alles innerhalb kürzester Zeit in den Laden geliefert. Schaut mal rein: Aegidiistr. 12, Münster.

Sechs Mal drei aktuelle und ältere Ausgaben haben wir von der LOTTA spendiert bekommen. Die antifaschistische Zeitschrift aus informiert seit 1999 über die extreme Rechte in NRW und diskutiert antifaschistische Politik. Seit einigen Jahren erscheinen auch regelmäßig Artikel mit Bezug zu Rheinland-Pfalz und Hessen. Für Antifas sollte die LOTTA-Lektüre eigentlich Pflicht sein!

Den Abschluss des Literaturblocks bilden unsere Freund*innen von der Edition Assemblage, die euch und uns regelmäßig mit wunderbaren „Begleiterscheinungen emanzipatorischer Theorie und Praxis“ versorgen. Aus dem Programm könnt ihr am 14.9. u.a. den neu aufgelegten Antirepressionsratgeber „Wege durch die Wüste“ ergattern und euch in „in guter Gesellschaft?“ darüber informieren, was für eine Rolle Geschlecht, Schuld und Abwehr in der Berichterstattung über den NSU-Prozess gespielt haben. Mehr gute Bücher gibt es online unter https://www.edition-assemblage.de/ und im Buchhandel eures Vertrauens.

Unsere liebste Kneipe, die Leo:Kollektivkneipe, die mittlerweile an der Herwarthstraße ihr neues Zuhause gefunden hat, bietet euch neben guten Getränken im solidarischen Umfeld auch regelmäßig tolle Veranstaltungen. Damit ihr auch gut versorgt seid, spendiert das Kollektiv euch zwei Gutscheine für Freigetränke. Eine passende Gelegenheit, die einzulösen, bietet sich übrigens am 4.10. bei der nächsten Veranstaltung unserer Veranstaltungsreihe „Antifa sichtbar machen – Perspektiven antifaschistischer Politik“.

Es ist immer gut, einen Plan B zu haben, noch besser ist es, „das Plan B“ zu haben. Am Hansaring bekommt ihr nicht nur eine große Auswahl Kaltgetränke serviert, sondern gleich dazu noch den passenden Soundtrack aus Punk, Rock und allem dazwischen. Auf den beiden vom Plan B gespendeten Bierdeckeln ist massig Platz für Getränke, sodass ihr damit auch einen langen Abend an einem der berüchtigtsten Kickertische der Stadt übersteht. Kommt mal rum: Hansaring 9, Münster.

Santa Diabla, die „Plattenklitsche aus dem Steverland“ (eine seit jeher separatistisch veranlagte Region des Münsterlandes), liefert regelmäßig DIY-Releases der Kategorie Hardcore und Punk mit Herz und Hirn. Von der Qualität könnt ihr euch anhand dank der fetten Spende selbst überzeugen: LPs von Lasershark, notions, ill! und Blank landen im Lostopf. Mehr von der Sorte gibt es im Plattenladen eures Vertrauens oder online im Eigenvertrieb unter: https://www.santadiabla.de

Nicht nur im Hinterland, sondern auch im Ruhrgebiet gibt es großartige Plattenlabels. Phobiact Records aus Dortmund, Heimat von Alpinist, Not On Tour, Patsy O‘Hara und vielen anderen, hat uns eine große Kiste Platten in die Provinz geschickt, die natürlich allesamt in euren Händen landen werden. Kaput Krauts, ScheisseDieBullen, Ruins, Kyrest und ca. 50(!) mehr – da findet jede*r was Passendes – freut euch drauf. Mehr gute Musik, oft echte Geheimtipps, findet ihr im Shop von Phobiact unter: http://www.phobiactrecords.de/shop/


Wo wir gerade bei Plattenläden und Labels sind, darf die Institution Green Hell aus Münster natürlich nicht fehlen. Die haben uns mit Unmengen an Stuff bedacht, von CDs (Yehova! Yehova!), über Platten, Beutel, Fanzines bis hin zu Slipmats. Mit dabei sind u.,a. Modern Pets, Rejected Youth und Boysetsfire. Wer dann nicht fündig wird, kann auf einen der beiden Gutscheine hoffen und sich in der Winkelstraße 10 in Münster oder online selbst mit guter Musik eindecken: https://greenhell.de/

Kein Bock auf Nazis! sagen immer mehr Veranstalter*innen ganz deutlich. Mittlerweile findet fast kein Festival mehr ohne einen Infostand der Initiative unserer Freund*innen statt und das ist gut und bitter nötig. Auch unser kleine Konzert stellt dank eines Spenden- und Infopakets keine Ausnahme dar. Ihr könnt diverse Shirts mit klarer Ansage an die AfD und Konsorten gewinnen – das Infomaterial gibt es natürlich umsonst. Mehr davon – auch die äußerst nützlichen KBAN-Fahnen und -Banner – gibt es im Shop von Hamburg Records: http://hamburgrecords.com/keinbockaufnazis/

Neben den Großspender*innen sind aber noch eine ganze Menge Dinge aus dem Fundus von Gruppen und Einzelpersonen hinzugekommen, darunter einige Raritäten wie die letzten beiden „Not My President“-Beutel zu „Ehren“ des ehemaligen Münsteraner Polizeipräsidenten Wimber und seiner Repressions- und Eskalationsstrategie oder die immer noch beliebten „Alle lieben Deutschland – wir nicht!“-Designs, die ihr spätestens zur nächsten Europameisterschaft wieder brauchen werdet. Und wir haben auch für eine Menge Trostpreise gesorgt, denn irgendwie ist das doch ein bisschen der Kommunismus und alle sollen was davon haben – oder so. Lasst euch überraschen!


Die Lose für die Tombola gibt es an der Abendkasse und am Infostand. Die Erlöse fließen an lokale antifaschistische Projekte und in die Unterstützung von Repression betroffener Antifaschist*innen.
Wir freuen uns auf euch am 14.09.!

]]>
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/09/541/feed/
4. Oktober: Antifa Podiumsgespräch¶ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/06/4-oktober-antifa-podiumsgespraech/ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/06/4-oktober-antifa-podiumsgespraech/#comments Thu, 06 Sep 2018 10:48:30 +0000 Administrator Allgemein http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/06/4-oktober-antifa-podiumsgespraech/ „Schon wieder ein Naziaufmarsch“ Antifa-Arbeit zwischen Abwehrkampf und Aufbau eigener Strukturen

Wie gestaltet sich Antifa-Arbeit in Städten mit einer gut organisierten, gewalttätigen und international vernetzten Neonaziszene? Welche Aspekte von Antifa-Arbeit sind neben der extrem rechten Szene oftmals nicht sichtbar? Wer denkt bei Dortmund und Hamm schon an linke Kneipen, Veranstaltungen oder regionale und überregionale Vernetzung? Gibt es stadtpolitischen Faktoren die hilfreich bei der Bekämpfung der extremen Rechten sind? In einem Gespräch mit Aktivist:innen aus Hamm und Dortmund stellen wir viele Fragen und sprechen über den Alltag von Antifa-Arbeit zwischen Naziaufmärschen, rechter Gewalt und Elektroparties.

„Leo 16″ / Herwarthstraße 7 / Münster
Beginn: 19:30 Uhr

Hinweis der Veranstalter*innen: Mitglieder extrem rechter und rechtspopulistischer Parteien oder Organisationen, sowie Personen, die der rechten Szene angehören oder mit ihr sympathisieren oder in der Vergangenheit durch rassistische Wortbeiträge aufgefallen sind und Veranstaltungen gestört haben, sind von der Teilnahme an den Veranstaltungen ausgeschlossen. Die Veranstalter*innen behalten sich vor von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen.

]]>
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/06/4-oktober-antifa-podiumsgespraech/feed/
Konzert und Party „10 Jahre Antifa Linke Münster“ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/02/konzert-und-party-10-jahre-antifa-linke-muenster/ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/02/konzert-und-party-10-jahre-antifa-linke-muenster/#comments Sun, 02 Sep 2018 14:15:08 +0000 Administrator Allgemein http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/02/konzert-und-party-10-jahre-antifa-linke-muenster/ In diesem Jahr gibt es unsere Gruppe schon 10 Jahre. Wenn das kein Grund zum Feiern ist – und wir laden euch herzlich dazu ein!

Am 14. September 2018 steigt im Triptychon am Hawerkamp unsere Geburtstagsparty. Freut euch auf Auftritte von diesen großartigen Bands:

Svffer (Münster)
Grenzwert (Osnabrück)
Conta (Münster)
Postford (Bremen)

Im Anschluss geht die Sause dann mit verschiedenen DJ*anes weiter, u.a. den legendären „Glittergewitter“ (90sTrash/Punk), die die ebenfalls ihr 10-jähriges feiern können. Außerdem legen DJ redredred (Elektro/Techno) sowie das „DJ Team Action Punk“ aka „Comander Jole“ und „Dr. HC Hagemann“ (80s/Punk) auf. Euch erwartet zudem eine großartige Tombola, zu den Preisen und den großzügigen Spender*innen werden wir bald mehr verraten.

Einlass: ab 19 Uhr
Eintritt: 8 Euro

Ebenfalls aus Anlass unseres 10-Jährigen machen wir seit Juli eine spannende Veranstaltungsreihe.

]]>
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/09/02/konzert-und-party-10-jahre-antifa-linke-muenster/feed/
AfD-Politiker aus dem Münsterland und die rassistische Mobilisierung in Chemnitz http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/08/29/539/ http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/08/29/539/#comments Wed, 29 Aug 2018 12:15:19 +0000 Administrator Allgemein http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/08/29/539/ AfD-Politiker aus dem Münsterland verteidigen die rassistische Mobilisierung nach dem Mord in Chemnitz, wo sich in den vergangenen Tagen tausende Neonazis, rechte Hooligans, Pegida-Anhänger*innen und AfD-Sympathisant*innen auf der Straße versammelten. Die unterbesetzte sächsische Polizei hatte die Lage stellenweise nicht unter Kontrolle. Ein Teil der Teilnehmenden ging auf Hetzjagd gegen Ausländer*innen und Menschen mit Migrationshintergrund.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Christian Blex aus dem Kreis Warendorf bezeichnet die rassistischen Demonstrationen als „spontanen Widerstand“ [1] und ruft zu weiteren Aktionen auf. [2] Der Münsteraner AfD-Ratsherr Martin Schiller kommentiert die Ereignisse in Chemnitz mit den Worten „Irgendwann wird Volkes Wut nicht mehr zu stoppen sein.“ [3]

Die AfD trägt eine große Mitverantwortung für die rassistische Mobilisierung. Seit Monaten beschwört sie das Bild eines Bürgerkrieges zwischen „Deutschen“ und „Migranten“ hervor. Bei jeden sich bietenden Gelegenheit werden Gewalttaten schamlos instrumentalisiert und als Beleg für ein von der Bundesregierung geplantes oder zumindest hingenommenes „Abschlachten“ der „Deutschen“ angeführt. [4] Die tatsächlichen Hintergründe der Gewalttaten spielen keine Rolle, fehlende Informationen werden durch Falschmeldungen ersetzt.

Christian Blex verbreitet dieselbe Botschaft: „Das Merkel-Regime hat uns zum Schlachten freigegeben – wehren sollen wir uns nicht“, schrieb er Montag auf Facebook. [5] Die Distanzierung der Bundesregierung von „Zusammenrottungen“ und „Hetzjagden“ in Chemnitz bringen ihn auf die Palme: Das „deutsche Wahlvieh“ sei zum „Schlachten freigegeben“ und werde getadelt, „wenn es sich wehrt“. Den Regierungssprecher und die Bürgermeisterin von Chemnitz beschimpft er als „Unterlinge“, ein Wort, das wohl nicht zufällig an den NS-Begriff „Untermenschen“ erinnert. [6] Der Schluss liegt nahe, dass, wer angeblich zum „Schlachten freigegeben“ ist, auch das Recht zur Gewaltanwendung hat, die dann als notwendige Selbstverteidigung erscheint. Damit legitimiert die AfD die rassistische Gewalt ihrer Gefolgschaft und der Neonazis. Oder in den Worten des AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier, der auf Twitter zur Selbstjustiz aufrief: „Wenn der Staat die Bürger nicht mehr schützen kann, gehen die Menschen auf die Straße und schützen sich selber. Ganz einfach! Heute ist es Bürgerpflicht die todbringende ‚Messermigration‘ zu stoppen!“ [7]

Christian Blex schreibt weiter, das „merkelsche Hexenwerk der illegalen Masseneinwanderung wird auf einen Bürgerkrieg hinauslaufen“. [8] Wer die stetige Propaganda der AfD und die Reaktionen ihrer Sympathinsant*innen verfolgt, muss zu dem Schluss kommen, dass dieser „Bürgerkrieg“ von ihr gerade zu herbei gesehnt wird, als Möglichkeit zur Abrechnung mit den politischen Gegner*innen und zur Ergreifung der Macht. So schreibt AfD-Ratsherr Martin Schiller unter Bezug auf die Äußerungen des als „Merkel-Knecht“ diffamierten Regierungssprechers: „‘Diese Zusammenrottungen (….) nehmen wir nicht hin!‘ O. K., dass hat Egon Krenz ´89 auch gelabert!“ [9] Teile der AfD sehen in den aktuellen rassistischen Mobilisierungen und dem herbeigesehnten Bürgerkrieg Parallelen zum Ende der DDR, nur dass sie diesmal den Umsturz der verhassten Bundesrepublik wollen. Schiller liebäugelt nicht nur mit einem „Volksaufstand“, sondern sogar mit einem Putsch. Ein Video marschierender Bundeswehrsoldaten kommentierte er am Sonntag auf Facebook mit den Worten: „Ich hoffe die marschieren direkt zum Kanzleramt und setzen Merkel & Co. Fest.“ [10]

Wie sagte Björn Höcke bereits im Januar 2017? Die AfD sei die „letzte evolutionäre Chance für unser Vaterland“. [11] Funktioniert der Weg zur Macht nicht über die Parlamente, wird diese letzte Chance also nicht ergriffen, dann sind andere Methoden nicht ausgeschlossen. Diese Interpretation legen die Äußerungen von Höcke, Blex und Schiller nahe.

Über den Charakter dieser Partei, sollte man sich keine Illusionen mehr machen. Eine Einhegung wird nicht erfolgreich sein, sie wird weiter permanent den Hass befeuern. In Verbindung mit der extrem rechten Bewegung auf der Straße hat sich eine ernsthafte Bedrohung entwickelt, der wir uns entgegenstellen müssen, so wie es am Montag bereits über 1000 Antifaschist*innen in Chemnitz taten. AfD-Politikern wie Blex und Schiller darf das Scheinbild des „biederen Bürgers“ nicht länger geglaubt werden. Sie sind extrem Rechte, nichts anderes.


* Aus aktuellem Anlass findet am Donnerstag ab 17 Uhr in Münster eine Demonstration unter dem Motto „Stoppt den rechten Hass – überall“ statt. Startpunkt ist der Hauptbahnhof. Das Anliegen dieser Demonstration unterstützen wir und rufen euch zur Teilnahme auf
!


Fußnoten

[1] https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=2175814742491648&id=750682865004850&__tn__=K-R
[2] Blex unterstützt einen Aufruf der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke, Andreas Kalbitz und Jörg Urban zu einem großen in Kooperation mit Pegida veranstalteten Schweigemarsch am Samstag in Chemnitz, siehe: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=2177291452343977&id=750682865004850&__xts__%5B0%5D=68.ARAExlUJH_3jyCViNBFyA1LLp7hNjUTmdOVULf4cEc6ltlsDfWCS0FCdE7jRcRdbHUPY7miVwmJHnmqxYLs3nTlR4wKmMrap_SQDmg6tgIntwyTxTrbYqnJJdY5MiinMTOWd6hA&__tn__=K-R
[3] https://www.facebook.com/martinschillermuenster
[4] So schrieb die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, jüngst zu dem Mord in Chemnitz: „Das Abschlachten geht immer weiter!“ https://www.facebook.com/aliceweidel/
[5] https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=2175814742491648&id=750682865004850&__tn__=K-R
[6] ebd.
[7] Markus Frohnmaier auf Twitter, hier dokumentiert: https://www.huffingtonpost.de/entry/gewalt-in-chemnitz-afd-abgeordneter-ruft-offen-zur-selbstjustiz-auf_de_5b83b368e4b0729515146aba
[8] https://www.facebook.com/permalink.php?
story_fbid=2175814742491648&id=750682865004850&__tn__=K-R
[9] https://www.facebook.com/martinschillermuenster
[10] https://www.facebook.com/martinschillermuenster
[11] https://www.tagesspiegel.de/politik/hoecke-rede-im-wortlaut-diese-regierung-ist-zu-einem-regime-mutiert/19273518-2.html

]]>
http://antifalinkemuenster.blogsport.de/2018/08/29/539/feed/