Schluss mit der Ehrung von Nazis und Kriegsverbrecher*innen! Entfernung der Ehrenmale auf dem Waldfriedhof Lauheide gefordert

Auf dem Waldfriedhof Lauheide werden immer noch NS-Funktionäre und eine NS-Eliteeinheit durch Ehrenmale geehrt. Neonazis der Partei „Die Rechte“ führten 2018 zum „Volkstrauertag“ ein NS-“Heldengedenken“ auf dem Waldfriedhof durch. Die VVN-BdA Münster forderte daraufhin die Regierungspräsidentin auf, den Waldfriedhof Lauheide umzugestalten. Passiert ist daraufhin wenig. Anlässlich des „Volkstrauertages“ am kommenden Sonntag (17.11.) fordern wir gemeinsam, die NS-Ehrenmale endlich abzureißen und einen erneuten Naziaufmarsch in Lauheide zu verhindern!

Hier die gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen (VVN/BdA) Münster und der Antifaschistischen Linken Münster vom 14.11.2019:

Vor dem sogenannten „Volkstrauertag“ fordern antifaschistische Gruppen die Entfernung von Ehrenmalen für NS-Funktionäre und eine NS-Eliteeinheit vom Waldfriedhof Lauheide bei Münster. Im Jahr 2018 hatten Neonazis den Waldfriedhof Lauheide bei Münster anlässlich „Volkstrauertages“ zur Durchführung eines NS-“Heldengedenkens“ genutzt. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen (VVN/BdA) Münster hatte daraufhin eine Umgestaltung der „Ehrengräber“ auf dem Friedhof gefordert. Anlässlich des Volkstrauertages erneuern nun antifaschistische Gruppen ihre Forderung nach einer Entfernung der NS-Ehrenmale und fordern die Verantwortlichen auf, Maßnahmen zu ergreifen, um ein erneutes NS-Gedenken auf dem Waldfriedhof zu verhindern.

Die Anfrage der VVN-BdA hat dafür gesorgt, dass das Grab von Fritz Schmidt, als NS-Generalkommissar der Niederlande für unzählige Verbrechen mitverantwortlich, entfernt worden ist. Jedoch nicht aufgrund der von ihm begangenen Verbrechen, sondern weil dieser nicht bei der Ausübung seines Dienstes zu Tode kam.

Die Prüfung des Grabes von Gerhard Glokke, bis zu seinem Tod kommandierender General des „Wehrbereichs Münster“, ergab seitens der Bezirksregierung eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, Glokke wird also weiterhin mit einem Ehrengrab geehrt. „Diese Entscheidung muss revidiert werden“, so Detlef Lorber von der VVN/BdA, „als kommandierender General war Glokke zuständig für die Sicherstellung der Kampfkraft der Wehrmacht weit über Münster hinaus, er war ein ‚hochverdienter‘ NS-Funktionär und trug dadurch Mitverantwortung für die Verbrechen der Wehrmacht. Es ist nicht nachvollziehbar, warum weiterhin ein Ehrengrab gewährt werden soll, denn seine Ehrung bedeutet auch Anerkennung für diese Verbrechen.“

Bezüglich des Ehrenmals für die 329. Infanteriedivision der Wehrmacht, die sogenannte „Hammerdivision“, sah die Bezirksregierung keinen Handlungsbedarf. Das Ehrenmal sei Sache der Stadt, diese habe dies schließlich in der jetzigen Form genehmigt. „Die sogenannte ‚Hammerdivision‘ war als Eliteeinheit u.a. für die Niederschlagung von Aufständen in den besetzten Gebieten vorgesehen, sie kämpfte bis zur deutschen Kapitulation an der Ostfront“, kommentiert Merle Linkowski, Pressesprecherin der Antifaschistischen Linken Münster (ALM), „dort sind von der Wehrmacht unzählige Kriegsverbrechen begangen worden, es gibt keinerlei Indizien dafür, dass die ‚Hammerdivision‘ diesbezüglich eine Ausnahme darstellte und erst recht keinen Anlass, diese Einheit mit einem Ehrenmal zu adeln.“

VVN/BdA-Münster und ALM fordern daher ein Handeln seitens Bezirksregierung, Stadt und Friedhofsverwaltung. „Es braucht eine klare Benennung von NS-Funktionären, NS-Verbrechen und den Verbrechen der Wehrmacht“, so Carsten Peters von der VVN/BdA, „und die Konsequenz daraus kann nur eine Umgestaltung des Ehrenfeldes auf Lauheide bedeuten.“ „Die Neonazis verstehen die Bedeutung der hier geehrten Männer sehr genau“, ergänzt Merle Linkowski von der ALM, „das alleine sollte Grund genug sein, die hier praktizierte ‚Gedenkkultur‘ zu hinterfragen. Die Ehrengräber und das Mahnmal müssen unverzüglich entfernt werden.“ „Es müssen deutliche Signale durch die Umgestaltung des Friedhofs an dieser Stelle gesetzt werden“; ergänzt Carsten Peters von der VVN/BdA: „Es muss verhindert werden, dass Neonazis den Friedhof in diesem Jahr erneut für NS-Rituale nutzen. Eine nachträgliche Anzeige mit eingestelltem Ermittlungsverfahren wie im letzten Jahr wird sie wohl kaum abschrecken.“


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