Unser Grußwort auf der Kundgebung am 22. Februar

Liebe Freundinnen und Freunde,

es tut gut, auch heute wieder so viele von euch zu sehen. Es ist wichtig, dass wir heute hier gemeinsam gegen eine extrem rechte Partei wie die AfD demonstrieren und sagen: Es ist weder normal noch akzeptabel, dass es diese Partei gibt. Es ist nicht normal, dass sie ihre menschenverachtende Propaganda verbreitet. Nationalismus, Rassismus, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus, Autoritarismus und soziale Ausgrenzung sind weder normal noch in irgendeiner Weise akzeptabel!
Und obwohl wir so viele sind, müssen wir uns doch fragen, warum die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahre so stark von der AfD und dem Rest der extremen Rechten geprägt werden konnte.
Ein Teil dieser Antwort ist, dass es nicht reicht, uns auf Events wie diesen zu positionieren. Wir müssen unseren Widerstand gegen den Rechtsruck in unserem Alltag verankern. Wir müssen weiter denken, als bis zu einem „Fuck AfD“ – auch wenn das ein guter Anfang ist. Wir müssen unsere Vorstellungen von einer besseren Gesellschaft auf Basis von Solidarität und ohne Diskriminierung offen vertreten, beherzt dafür streiten und auch mal mit den bestehenden Regeln brechen. Und das jeden Tag.

Deshalb wollen wir unser Grußwort heute explizit an diejenigen senden, die das bereits tun und jeden Tag gegen den Rechtsruck und für eine bessere Gesellschaft kämpfen:
An alle, die ihr eigenes Leben und ihre Freiheit riskieren, um Menschen im Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten.
An alle, die vor Ort ganz praktische Hilfe leisten – ob durch Sprachkurse oder Unterstützung beim Gang zum Amt.
An alle, die Solidarität organisieren und Abschiebungen verhindern – ob vor Gericht, im Kirchenasyl oder in einer Blockade.
An alle, die Widerstand gegen die Ausbeutung und Zerstörung der letzten verbleibenden Ressourcen dieses Planeten leisten – ob im Hambacher Forst, vor der Urenco in Gronau oder in den Bergen von Chiapas.
An alle, die für die radikale Einsicht eintreten, dass Frauen auch Menschen sind – ob im Kampf gegen die NS-Paragrafen 218 und 219a, gegen religiöse FundamentalistInnen jeglicher Coleur oder für die Anerkennung von Geschlechterdiversität und dem Recht auf sexuelle Selbstbestimmung.
An alle, die recherchieren, kritisch hinterfragen und sich dann einmischen – ob im Netz, in der Redaktion oder Undercover.
An alle, die an unserer Stelle Menschlichkeit und Freiheit gegen die Barbarei verteidigen und deren einzige Freunde und Freundinnen nun doch wieder nur die Berge zu sein scheinen.
An alle, die Nazis ganz praktisch das Leben zur Hölle machen – im Parlament, im Stadion, im Kiez und auf dem Dorf!
Ihnen gilt unsere Solidarität und unsere Unterstützung! Gemeinsam gegen den Rechtsruck! Siamo tutti antifascisti!


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