Kein Naziaufmarsch am 3. Oktober in Hamm


Treffpunkt Münster: 11 Uhr, Vorplatz Hauptbahnhof

Am 3. Oktober 2014 wollen Nazis in Hamm aufmarschieren. Schon wieder. Am „Tag der deutschen Einheit“ glauben sie offenbar, hätten auch ihre nationalistischen Phrasen einen Platz – das haben sie aber nicht! Schon seit Jahren existiert in Hamm eine aktive Naziszene. Seit 2003 trat sie als „Kameradschaft Hamm“ in Erscheinung – durch Gewalttaten, Propaganda und Aufmärsche. Seitdem im August 2012 die „Kameradschaft Hamm“ verboten wurde, organisieren sich die selben Neonazis unter dem Dach der Partei „Die Rechte“.

Keine Ruhe für Nazis – nirgendwo!

Bei den Kommunalwahlen im Mai wurde dann erstmals jeweils ein Nazi von „Die Rechte“ in den Rat der Stadt sowie in eine Bezirksvertretung gewählt. Die beiden neuen „Kommunalpolitiker“ sind Gründungsmitglieder der verbotenen „Kameradschaft Hamm“. Der nahezu bruchlose Übergang der „Kameradschaft Hamm“ in die Parteistrukturen von „Die Rechte“ zeigt die Grenzen der staatlichen Verbots-Strategie auf. Was den Nazis in den letzten Jahren aber zugesetzt hat, das war der Widerstand von Jugendbündnissen, Initiativen und autonomen AntifaschistInnen.

Diesen Widerstand gilt es zu unterstützen!

Große Aufmärsche wie der für den 3. Oktober geplante stellen ein gemeinschaftsstiftendes Erlebnis dar und erfüllen so für die Naziszene eine wichtige Funktion. Denn mit „Parteipolitik“ und „Ratsarbeit“ sind die ehemaligen KameradschafterInnen nicht bei der Stange zu halten. Dieses für ihre interne Selbstvergewisserung so wichtige Szene-Event können wir den Nazis durch entschlossenen Protest vermiesen. Ob bunt, lautstark oder ungehorsam – die Nazi-GegnerInnen sollten an einem Strang ziehen.

Unsere Solidarität gegen ihre Ausgrenzung!

Aber es geht um noch mehr, wenn wir uns auf der Straße den Naziaufmärschen entgegenstellen. Ganz bewusst marschieren die Nazis oftmals durch Viertel, in denen Menschen leben, denen sie das Recht absprechen hier zu leben. Rassistische Attacken gehören zum Programm: „Ausländer raus“ plakatierte „Die Rechte“ in Dortmund, in Hamm wurden im Wahlkampf Plakate mit der Aufschrift „Wir hängen nicht nur Plakate“ verklebt. „Wir sind weiß, ihr seid rot, für die Rasse in den Tod“ brüllten die Nazis bei ihrem letzten Aufmarsch im Juli 2013 in Hamm. Diese gewaltsamen Drohungen sollen Menschen einschüchtern.

Ziel antifaschistischer Aktionen auf der Straße ist es daher auch, Solidarität mit allen Menschen zu zeigen, die von den Nazis angegriffen werden. Wir sagen: Jeder Mensch muss die gleichen Rechte haben, jeder Mensch hat ein Recht hier zu leben. Doch für rassistische Hetze ist hier kein Platz!

Wir rufen euch dazu auf am 3. Oktober in Hamm gegen den Naziaufmarsch zu protestieren. Um 12 Uhr beginnt am Hammer Bahnhof die Gegendemonstration unter dem Motto „Entschlossen gegen rechts Gedankengut! Vom Stadtrat bis zum Stammtisch“ (mehr Infos hier). Treffpunkt in Münster ist um 11 Uhr am Vorplatz des Hauptbahnhofes.