Vortrag zum NSU-Prozess

NSU-Watch

Seit gut einem Jahr läuft vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe und vier mutmaßliche Helfer aus der Neonazi-Szene, denen die Beteiligung an den Mordtaten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) vorgeworfen wird. Der NSU hat die größte rechtsterroristische Mordserie in der Geschichte der Bundesrepublik begangen.

Die Aufdeckung der Taten im November 2011 war ein Schock. Schließlich konnten die Neonazis über Jahre hinweg von der Öffentlichkeit unbemerkt und von der Polizei ungestört morden. Ihre Taten wurden nicht als rassistische Anschläge erkannt. Eine umfassende Aufklärung sollte unter anderem durch mehrere parlamentarische Untersuchungsausschüsse vorangetrieben werden. Trotz zahlreicher neuer Informationen ist auch zweieinhalb Jahre später das Bild des NSU-Komplexes für Außenstehende nicht unbedingt übersichtlicher geworden.

Der Vortrag bietet eine aktuelle Bestandsaufnahme und zeigt auf, welches Bild des NSU sich heute zeichnet. Es wird versucht, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex Antworten zu geben. Darüber hinaus wird der Umgang von Politik, Justiz und Gesellschaft mit dem „NSU“ im Speziellen und Rassismus im Allgemeinen thematisiert.

Die Referent_innen sind Mitarbeiter_innen des „apabiz – Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V.“ Der Verein betreibt mit anderen das Projekt „NSU-Watch“, das sich für eine kontinuierliche und unabhängige Begleitung des Münchener Prozesses einsetzt. Auf der Internetseite www.nsu-watch.info werden Protokolle aller Verhandlungstage sowie Hintergrundinformationen veröffentlicht. Kürzlich wurde das Projekt von der Jury des „Otto Brenner Preises“ mit dem „Medienprojektpreis 2013“ ausgezeichnet.

25.06.2014 | 19:30 Uhr | Stadtbücherei Münster | Alter Steinweg 11

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.