Ein rassistischer Hassblog – Informationen über „PI News“

In Räumen von Uni und FH sind in den vergangenen Wochen vermehrt Schmiererein und Graffitis aufgetaucht, die Werbung für das Weblog „Politically Incorrect“ (PI News) machen. Zuletzt sind solche Schmierereien auch in verschiedenen Döner-Imbissen in Münsters Innenstadt aufgetaucht. Wir haben deshalb im Folgenden einige Informationen und Einschätzungen über dieses rassistische Medienprojekt zusammengestellt.

Was verbirgt sich hinter „PI News“?

„PI News“ gilt nicht nur als eines der meist besuchten politischen Blogs in Deutschland – es ist auch eine der übelsten rechten Hass-Seiten im Internet. Gegründet 2004 von dem Lehrer Stefan Herre um den „Krieg gegen den Terror“ von George W. Bush publizistisch zu unterstützen, hat sich das Blog zum Zentralorgan der Islamhasser_innen und Rassist_innen entwickelt.
Stets wird behauptet, dass „der“ Islam demokratiefeindlich und terroristisch sei. Differenzierte Meinungen gibt es nicht, das Blog wird dominiert von Hetze und Verleumdungen. Jeden Tag erscheinen Artikel, die Muslime verächtlich machen, von „Zigeunerschwemme“ und „Asylbetrügern“ sprechen oder über „Söhne und Töchter von Einwanderern“ berichten, die angeblich„ohne Fähigkeiten, ohne Ausbildung, ohne Nutzen für den hiesigen Arbeitsmarkt“ seien. Dabei werden paranoide Angstszenarien von einer „Landnahme“ und „Besetzung“ Europas durch „Fremde“ kreiert, welcher zwar fernab jeglicher Realität sind, doch die Leser_innen radikalisieren. Besonders in den Kommentarspalten der Beiträge lassen Nutzer_innen ihren Gewaltphantasien gegenüber Minderheiten freien Lauf.
Es sind aber nicht nur (vermeintliche) Migrant_innen und Nicht-Deutsche gegen die „PI News“ wettert. So wird ein „Gleichheits- und Genderwahn“ beklagt, der dazu geführt habe, dass Frauen in Armeen kämpften, „anstatt sie in der Küche oder als Blitzmädels am Telefon zu lassen.“ Eine lesbische Bundesministerin sei ein Beweis dafür, „dass alles, was keinem Mann gefallen würde, immer noch einer anderen Frau gefällt.“ Sexismus und Homophobie prägen „PI News“ ebenso wie Rassismus. Ein weiteres Feindbild sind Linke, speziell „die 68er“, die für alle möglichen Übel verantwortlich sein sollen. Während „PI News“ hetzt und Menschen diffamiert, sieht man sich selbst als verfolgte Unschuld: Kritik am Rassismus wird zu „Gutmenschentum“ und „Politischer Korrektheit“. Die übelste Hetze jubelt „PI News“ zur „mutigen Meinung“ hoch.
Politisch hoffen die Betreiber_innen auf eine rechte politische Kraft, die sich zwischen dem Konservativismus der CDU/CSU, der ihnen zu lasch ist, und der NPD, deren offene NS-Verherrlichung abgelehnt wird, positioniert. Begeistert berichtet man deshalb über rechtspopulistische Parteien wie die FPÖ oder den Niederländer Geert Wilders. Aktuell macht das Blog Werbung für „Pro NRW“. Auch die Entwicklung der „Alternativen für Deutschland“ (AfD) wird interessiert verfolgt.

„PI News“ in Münster

Sympathisant_innen von „PI News“ sind seit einigen Jahren in Münster aktiv, wo eine lokale PI-Gruppe existiert, die Infostände in der Innenstadt durchgeführt hat. Auch einige aktive Unterstützer und Autoren des Internetblogs kommen aus unserer Stadt, wie beispielsweise Philipp Döbbe oder Ingo Landsmann, der auch Autor der Zeitschrift „Gegengift“ ist. Diese Verbindungen werden immer wieder in der Themenwahl von Artikeln deutlich. So erschien zum Naziaufmarsch am 3. März in Münster-Rumphorst auf „PI News“ ein Bericht, der gegen den damaligen Münsteraner Juso-Vorsitzenden hetzte, weil dessen Organisation das antifaschistische „Keinen Meter“-Bündnis unterstützte. Rufmordkampagnen und „Shitstorms sind eine Spezialität von „PI News“: Der Blog veröffentlicht immer wieder Kontaktdaten von missliebigen Personen, die daraufhin mit hunderten von Drohmails und –anrufen belästigt werden.