Lautstarker Protest gegen „Pro Deutschland“

via „Keinen Meter den Nazis“-Bündnis

Insgesamt über 400 Menschen haben sich heute in Münster der Hetze der rassistischen Kleinstpartei „Pro Deutschland“ entgegen gestellt und ein entschlossenes Zeichen gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung gesetzt. Bereits ab 9 Uhr sammelten sich die ersten GegendemonstrantInnen am Meßkamp in der Nähe der dortigen Moschee. Als um kurz nach 10 Uhr die sechs AktivistInnen von „Pro Deutschland“ mit ihrem Kleinbus eintrafen, wurden sie mit einem gellenden Pfeifkonzert und lauten „Haut ab!“-Rufen empfangen. Dieser Protest hielt während der kompletten Kundgebung an, sodass die Hetze der extremen Rechten weitgehend unverständlich blieb.

Beim „Generalsekretär“ der Partei, dem Berliner Lars Seidensticker, zeigte das anscheinend Wirkung; er bezeichnete die AntifaschistInnen als „eine Handvoll alternativer Spinner” und “Bodensatz der Gesellschaft”. Nach weniger als einer Stunde und ohne jede Außenwirkung baute der rechte Tross ab und zog weiter zu den linksalternativen Zentren „krachtz“ und „DonQuijote“ an der Nieberdingstraße. Der Großteil der ca. 300 anwesenden GegendemonstrantInnen folgte ihnen per Fahrrad.

An der Nieberdingstraße wurden die Rechten bereits von einer Blockade erwartet, die Polizei leitete sie deshalb über einen Radweg in die Nähe des ursprünglichen Kundgebungsortes. Fast vollständig hinter Polizeiketten und -autos verborgen, war auch dort nicht viel von „Pro Deutschland“ zu sehen und zu hören. Stattdessen dominierte der lautstarke Protest von über 300 Menschen und auch das ein oder andere Ei fand sein Ziel. Bereits um 13 Uhr verließ „Pro Deutschland“ unter starkem Polizeischutz Münster.

„Wir sind froh, dass trotz des ungünstigen Termins so viele Leute mit uns gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung demonstriert haben. Das war ein starkes Zeichen,“ so Carsten Peters, der Pressesprecher des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“, welches zu den Gegenkundgebungen aufgerufen hatte. „Wir werden auch weiterhin jedweder derartigen Stimmungsmache entgegen treten und uns solidarisch an die Seite derer stellen, die angegriffen werden”, so Peters weiter.

Wir danken allen, die heute wieder mit uns auf der Straße waren und so kurz nach dem Besuch der NPD den nächsten rechten Wahlkampfauftritt zum Debakel gemacht haben!