NPD-Flaggschiff geht in Münster unter

1500 wütende und laute Gegendemonstrant*innen, keinerlei Außenwirkung, diverse Volltreffer mit Eiern und Gemüse, ein ramponierter LKW und letztendlich dann noch 3 Stunden lang festgesetzt. So lautet die Bilanz des gestrigen NPD-Debakels in Münster.

Selbst die ansonsten immer präsente Schönfärberei legte der traurige Haufen um den NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel nach mehreren Stunden in der Blockade ab. Apfel ließ auf facebook verlauten, er wäre nun „seit 24 Jahren dabei“ und Kummer gewohnt, „aber das heute Erlebte stellt Vieles in den Schatten.“ Die NPD NRW beschwerte sich über die „linkskrinellen (sic!) Politchaoten“, die von der Polizei „bis auf Wurfweite“ an die Kundgebung heran gelassen wurden, tröstete sich dann aber damit, dass „trotz Rechtsbruch und Gewalt“ die Kundgebung „ordnungsgemäß“ beendet wurde. Na immerhin. Während das „Flaggschiff“ und seine Crew noch verzweifelt auf ihrem Kundgebungsplatz manövrierte und doch nicht von der Stelle kam, übten sich empörte Unterstützer*innen der NPD auf facebook in Gewalt- und Rachephantasien.


Screenshot facebook npd-nrw


Screenshot facebook npd-nrw

Da der ursprünglich angemeldete Kundgebungsort vor dem Stadthaus 1 durch Gegendemonstrant*innen besetzt war, versuchte die Polizei, den Nazis eine Ersatzkundgebung vor dem Schloß zu ermöglichen. In einer Spontandemonstration zogen die Gegendemonstrant*innen jedoch direkt zum Schloßplatz. Die NPD-Redner Holger Apfel (Bundesvorsitzender der NPD), Claus Cremer ( Landesvorsitzenden der NPD NRW) und Ronny Zasowk (stellv. Landesvorsitzender der NPD Brandenburg) scheiterten von vorneherein am lautstarken Gegenprotest und mussten sich hinter Regenschirmen vor fliegenden Eiern und Tomaten verschanzen.


Von links nach rechts: Claus Cremer; Holger Apfel und Ronny Zasowk

Der Polizei, die die Nazis anfangs hofierte und sie per Eskorte zum alternativ gewährten Platz vor dem Münsteraner Schloss geleitete, wurde wohl schnell bewusst, dass das ein Eigentor war. Für die vielen Antifaschist*innen von allen Seiten bis auf kurze Distanz zugänglich, wurde der Schlossplatz auch für sie zum Kessel. Die 17. BPH Münster zeigte am Ende des Tages mal wieder, woher sie ihren Ruf hat. Getreu dem Motto der Polizei NRW „rechtsstaatlich – bürgerorientiert – professionell“ wurde schikaniert, gepöbelt und geprügelt. Für uns bleibt es dabei: BRD-Bullenstaat, wir haben Dich zum Kotzen satt!

Als sich die 9 NPDler nach einer knappen Stunde in ihre Wagen flüchteten, konnten sie den Platz jedoch nicht verlassen, da die Gegendemonstrant*innen sie noch nicht fahren lassen wollten. Drei weitere Stunden mussten sie in ihren Autos verharren, bis die Polizei ihnen den Weg freiräumte.

Der Tag zeigt deutlich: Münster ist immer noch ein schlechtes Pflaster für Nazis. Wir freuen uns, dass kurzfristig so viele Menschen mobilisiert werden konnten und dass der Protest gegen die NPD so ausdauernd, kreativ und entschlossen durchgezogen wurde. Viel Erfolg an die Genoss*innen in den weiteren Städten, die auf der Route der NPD-Wahlkampftour liegen.

Rassistischer Hetze entgegentreten – NPD versenken!