Archiv für September 2012

Antifa-Demo am 6.10. in Hamm

Gemeinsame Anreise aus Münster: 10:10 Uhr Gleis 4
Eigentlich wollten am 6. Oktober erneut Neonazis in Hamm aufmarschieren, um ihre rassistische Hetze zu verbreiten. Dann allerdings wurde die federführende „Kameradschaft Hamm“ (KSH) durch eine Verfügung des Innenministers verboten. Kürzlich ist auch die Widerspruchsfrist abgelaufen, womit das Verbot rechtskräftig geworden ist. Der Naziaufmarsch musste seitens der Neonazis abgesagt werden, da es sich bei dem Anmelder Sascha Krolzig um den Anführer der KSH handelte. Der Plan der Neonazis war, ihren Aufmarsch mit einer neue Anmeldung des NPD-Kreisverbandsvorsitzenden Hans Jochen Voß durchzusetzen. Diese Anmeldung scheiterte allerdings am NPD-Bundesvorstand, welcher der lokalen NPD den Aufmarsch untersagte.

Neonazis machen weiter
Während die Neonazis also ohne Aufmarsch dastehen, rufen lokale AntifaschistInnen weiterhin dazu auf, am 6.10. in Hamm zu demonstrieren. Diesem Aufruf wollen wir uns gerne anschließen. Denn Gründe in Hamm auf die Straße zu gehen, gibt es genug. Viel zu lange wurde dem Treiben der Neonazis dort von vielen tatenlos zugesehen, viel zu schnell macht sich die Hoffnung breit, die Verbote hätten das Neonazi-Problem gelöst. Dies ist mitnichten so. Die Neonazis organisieren sich neu, wie eine NPD-Veranstaltung Anfang September und die Gründung eines Landesverbandes der Kleinstpartei Die Rechte von Christian Worch zeigte.

Rassismus bekämpfen!
Außerdem gilt es den Anmaßungen des konservativen Bürgermeisters entgegen zu treten, der auf einmal behauptet, schon immer „gegen Rechts“ aktiv gewesen zu sein, in Wirklichkeit das Problem aber ignorierte. Die Stadtpolitik hat mit dazu beigetragen, dass die Neonazis in Hamm über Jahre Freiräume erobern konnten. Damals wie heute galten ihnen unabhängige Antifaschist*innen als „Störenfriede“. Ganz grundsätzlich sollten wir mit dieser Demo auch darauf hinweisen, wo der Rassismus verortet ist: in der Mitte der Gesellschaft – und genau dort gilt es, ihm entgegen zu treten.

Kommt am Samstag, den 6.10. nach Hamm und demonstriert mit uns:
Für unabhängigen Antifaschismus! Keine Zukunft der Vergangenheit!

Aktuelle Infos bei der Antifa Hamm

Gemeinsame Anreise aus Münster: 10:10 Uhr Gleis 4

No pasamos, pero…*

* wir sind nicht durchgekommen, aber…, so der Titel unser Broschüre zur Dokumentation der Aktionen gegen den Naziaufmarsch vom 3. März 2012 in Münster.

Da wir die Druckkosten alleine tragen müssen bitten wir euch um eine Spende von 2€ pro Broschüre

In Münster erhaltet ihr die Broschüre jetzt im Buchladen Rosta, Ägidiistr. 12, 48143 Münster und bei roots of compassion, Friedensstr. 7, 48145 Münster. Außerdem könnt ihr sie bei PHOBIACT RECORDS, Disgusted Youthund Black Mosquito online bestellen.

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Break Isolation – Für die Rechte der Geflüchteten – Abschiebungen stoppen!

Kundgebung zur Unterstützung des Protestmarsches der streikenden Geflüchteten am 22.09.2012 in Münster

„Wir mobilisieren bundesweit um Isolation zu brechen, gegen Abschiebungen und Lager, für die Schließung aller Heime und für die Befreiung von der Knechtschaft der Residenzpflicht in ganz Deutschland. (…) JETZT ist die Zeit aufzustehen, weil wir nicht länger passiv Zeugen des Todes eines von uns sein möchten, denn die unmenschliche Behandlung der Asylbewerber in Deutschland kann jeden von uns in den Tod treiben. (…) Wir verlassen die festgesetzten Grenzen und die für uns gebauten Käfige, da wir glauben, dass das Konzept, in Asylbewerberheimen zu leben, ungerecht ist. Wir überschreiten diese Grenzen, da wir glauben, dass diese Freiheit das kleinste Recht jedes Menschen ist, und wir werden uns gegen das Abschiebegesetz der Regierung widersetzen, denn diese Gesetze sind nur dazu da, der Regierung finanziell und politisch zu dienen. Es ist das Recht eines jeden Menschen, zu wählen, wo er lebt. Wir, stärker denn je und Schulter an Schulter, tun alles in unserer Macht stehende, um diesen Traum zu erreichen, und werden mit der Unterstützung anderer Asylsuchender in Berlin die Erfüllung unserer Rechte miterleben.“ (aus der Erklärung der streikenden Flüchtlinge)

Am 08. September ist der Protestmarsch in Würzburg gestartet. Auf zwei Routen machen er in vielen Ort Station, um mit Geflüchteten vor Ort in Kontakt zu treten und ihre Forderungen in die Öffentlichkeit zu bringen. Die Westroute per Bus führt über NRW und macht am 22.09. in Münster Station. Zur Unterstützung wird es deshalb um 13 Uhr eine Kundgebung vor dem Stadthaus 1 geben.

Mehr Infos unter:
http://refugeebusprotest.wordpress.com
http://refugeetentaction.net

Gedenk- und Diskussionsveranstaltung zum Mord an Mehmet Kubaşik

Am 29. August 2012 versammelten sich über 150 Personen im Saal des Haus Wichern in der Dortmund Nordstadt um an Mehmet Kubaşik zu erinnern der am 4. April 2006 in seinem Kiosk in der Mallinckrodtstr. vom Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) ermordet.

Die Teilnehmer*nnen, darunter die Familie Kubaşik, Vertreter*nnen der Alevitischen Gemeinde, der Dortmunder Antifa Bündnisse Alerta und DAB, von “Dortmund Nazifrei” und DSSQ, Teilnehmer*innen des Antifa-Camps, Vertreter*nnen des alevitischen Kulturvereins Dakme, vom deutsch-kurdischen Kulturverein, Referent*innen des “Apabiz Berlin” sowie Kutlu Yurtseven von MicMafia aus Köln, tauschten sich über ihre jeweilige Perspektive auf den rassistischen Mord und die Zeit danach aus. Sie diskutierten was angesichts der rassistischen Mordserie jetzt in Dortmund und darüber hinaus zu tun sei.

Das zweistündige Gespräch wurde von allen Teilnehmer*nnen als ein erstes Kennenlernen verstanden und mit dem Wunsch verbunden damit eine Grundlage zu schaffen für einen gemeinsamen Kampf gegen Rassismus und Faschismus.

Ein Mitschnitt der Veranstaltung steht bei freie-radios.net zu Verfügung.

Nazis verboten, Problem gelöst!?

Redebeitrag der Antifaschistischen-Linken- Münster zum Verbote der „Kameradschaft Aachener Land“, „Kameradschaft Hamm“ und des „Nationale Widerstand Dortmund“ gehalten am 31.08.2012 in Dortmund

Liebe Freundinnen und Freunde,

vor einer Woche ist die Polizei im großen Stil gegen die Neonazi-Szene vorgegangen. Die Nazigruppen „Kameradschaft Aachener Land“, „Kameradschaft Hamm“ und auch der „Nationale Widerstand Dortmund“ sind zu Vereinen erklärt worden, die nun verboten sind, da ihre Tätigkeiten gegen das Vereinsgesetz verstießen. Es gab zahlreiche Hausdurchsuchungen, der Besitz dieser Gruppen ist beschlagnahmt, ihre Ladenlokale an der Rheinischen Straße und in Hamm können sie nicht mehr nutzen. Klar ist, diese Verbote werden nicht ohne Wirkung bleiben.

In der Öffentlichkeit wurden sie – als ein lange überfälliger Schritt – von vielen begrüßt . Doch sind sie eine Zäsur? Ist damit das Naziproblem gelöst oder sorgen die Verbote lediglich für eine Atempause?

Temporär ist die Nazi-Szene nun geschwächt. Sie verfügt nicht mehr über ihre Infrastruktur, Veranstaltungen durchzuführen wird ihnen schwerer fallen. Das Timing war passend. Es war das Kalkül des Innenministeriums, die von langer Hand vorbereiteten Verbote kurz vor dem 1. September zu erlassen, um damit auch gegen den selbst ernannten „Nationalen Antikriegstag“ vorgehen zu können. (mehr…)