Die NPD im Münsterland

Die NPD verfügt in Münster über einen eigenen Kreisverband, der allerdings nur selten öffentlich wahrnehmbare Aktivitäten entwickelt. Vorsitzender des NPD KV Münster ist Dennis Dormuth (Foto: links). Der Münsteraner Kreisverband arbeitet eng mit dem Kreisverband Steinfurt zusammen. Eine NPD-Kundgebung oder ein NPD-Infostand fand in Münster in den vergangenen Jahren nicht statt. Die Partei warb eher in Städten wie Greven, Lengerich oder Rheine. 2010 verfügte die NPD für kurze Zeit auch über einen „Stützpunkt“ ihrer Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN), der von dem Münsteraner Marcel Huesmann als „Bezirksbeauftragter OWL/Münsterland“ geleitet wurde. Eigenständige Aktivitäten der JN-Gruppe sind nicht mehr feststellbar.

Wahlen und Ergebnisse

Bei der Landtagswahl im Mai kam die NPD in Münster auf gerade einmal 0,2 Prozent. Auch bei den Wahlen in 2005 und 2010 sah es kaum besser aus. Vor allen in den Jahren 2005-2007 versuchte die NPD sich auf die Kommunalwahlen 2009 vorzubereiten. Erklärtes Ziel war ein Antritt im Kreis Steinfurt. Dazu kam es allerdings nicht. Vor allem eine Affäre um den Bundesschatzmeister Erwin Kemna aus dem Kreis Steinfurt, der mehrere zehntausend Euro an Parteigeldern veruntreut hatte, um damit sein marodes Küchenstudio zu sanieren, sorgte für Unstimmigkeiten. Eine mit Blick auf die Kommunalwahl gegründete NPD Ortsgruppe Rheine stellte die Aktivitäten ein. Mit Iris Niemeyer und Gerrit Gerdes verließen zwei Aktivposten enttäuscht die Partei. Mit der extrem rechten Politik haben sie zwar nicht gebrochen, sie stellen ihrer Arbeitskraft aber nicht länger in den Dienst der Partei.

Münsterländer im Landesvorstand

Im NPD Landesvorstand sitzen mit Markus und Matthias Pohl (Foto: 2. von links, rechts) zwei langjährige NPD-Kader aus dem Kreis Steinfurt. Markus Pohl ist Landespressesprecher und Matthias Pohl ist Leiter der Referate Schulung und Politik sowie „Regionalbeauftragter Münsterland“. Die beiden Pohl-Brüder können durchaus Einfluss im Landesvorstand ausüben.

Zusammenarbeit mit parteifreien Neonazis

Die NPD arbeitet immer wieder mit Neonazis zusammen, die sich außerhalb der Partei in „Kameradschaften“ oder „Aktionsgruppen“ sammeln. Diese Zusammenarbeit findet meist auf lokaler Ebene statt und ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Zum NPD-Landesvorstand sind viele „Kameradschaften“ aus NRW in den letzten Jahren auf Distanz gegangen. Dem NPD Landeschef Claus Cremer wurde vorgeworfen, Mitglieder im Landesvorstand zu dulden, die „Verräter“ geworden seien, weil sie mit dem polizeilichen Staatsschutz kooperiert hätten. Außerdem fordern einige „parteifreie Kräfte“ die NPD solle sich deutlicher zum Nationalsozialismus bekennen. Die NPD in NRW ist eindeutig neonazistisch, orientiert sich aber unter der Maßgabe der „seriösen Radikalität“ am neuen NPD-Bundeschef Holger Apfel, der sich um eine bürgernahe Verpackung der Parteiinhalte bemüht. In Münster existiert seit einiger Zeit eine Nazigruppe, die sich selbst Nationale Sozialisten Münster nennt und für den Naziaufmarsch am 3. März verantwortlich war. Im Landtagswahlkampf haben diese Neonazis aktive Wahlwerbung für die NPD gemacht.

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