Archiv für April 2012

Keine „pro NRW“-Kundgebung am 7. Mai in Münster-Hiltrup

Contra geben! Gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung!

Am 7. Mai will die ultra-rechte und rassistische Partei „pro NRW“ um 13:00 Uhr vor der Baitul-Momin-Moschee in Münster-Hiltrup auflaufen. Wir werden nicht zulassen, dass dort ungestört rassistische Hetze verbreitet werden kann. Wir rufen deshalb zu lautstarkem Protest auf!

In den letzten Wochen vor den Landtagswahlen am 13. Mai will die selbsternannte „Bürgerbewegung Pro NRW“ in insgesamt 25 Städten Kundgebungen vor Moscheen abhalten. Dazu will sie im Rahmen einer „Bustour“ täglich zwei bis drei Städte anfahren. Der rassistischen Partei geht es darum, maximale Aufmerksamkeit im Wahlkampf mit möglichst geringen Mitteln zu erreichen. In Münster existiert kein eigenständiger „pro NRW“-Kreisverband. An der Kundgebung werden nur ein Dutzend Personen teilnehmen. Trotzdem ist es wichtig, gegen die Rassist*innen zu protestieren:

„Pro NRW“ nutzt die Kundgebungen vor der Moschee um Werbung für sich und ihre rassistischen Ziele zu machen. Die Partei hetzt gegen alle hier lebenden Muslime, die pauschal als „Terrorist*innen“ oder „Fremde“ diffamiert werden. Ihre Rechte will „Pro NRW“ massiv beschneiden. Die Partei steht für eine Politik der Ausgrenzung und Diskriminierung. Doch es geht „Pro NRW“ nicht um Religion und auch nicht nur um Muslime. Sie lehnen Zuwanderung generell ab. Die Rassist*innen wollen Menschen, die eingewandert sind oder die aus Familien stammen, die eine Zuwanderungsgeschichte haben, ausgrenzen und an den Rand drängen.

„Pro NRW“ lehnt die interkulturelle Gesellschaft, die in unserem Einwanderungsland längst Realität ist, radikal ab. Die Rechten schüren Ängste und hoffen von Vorurteilen in der Bevölkerung profitieren zu können. Die „Sarrazin-Debatte“ zeigte, wie weit verbreitet rassistische Positionen bereits sind. Umso wichtiger ist es, dass wir ein entschiedenes Zeichen gegen den Rassismus setzen und uns solidarisch an die Seite derer stellen, die angegriffen werden.

Die Partei „pro NRW“ ist aus der Wählergemeinschaft „Pro Köln“ entstanden. Gründer*innen und Führungspersonal von „Pro Köln“ und „Pro NRW“ waren zuvor bereits in anderen Parteien wie der NPD oder der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“ organisiert. „Pro NRW“ ist keine Bürgerbewegung im üblichen Sinne, sondern der Versuch ein extrem rechtes Parteiprojekt mit diesem Label zu tarnen. Es ist lediglich eine andere Verpackung, es sind keine anderen Inhalte. „Pro NRW“ möchte als „konservativ“ und „rechtspopulistisch“ wahrgenommen werden. Rechtspopulismus bezeichnet in erster Linie eine Strategie und einen bestimmten politischen Stil. Es bedeutet nicht, dass die Forderungen von „Pro NRW“ weniger rassistisch und diskriminierend sind als diejenigen von extrem rechten Parteien wie der NPD.

Kommt deshalb alle zur antifaschistischen Protestkundgebung nach Münster-Hiltrup. Bringt Plakate und Instrumente zum Lärmmachen mit.
Wir lassen „Pro NRW“ keinen Platz! Wir stellen uns den Rassist*innen entgegen!

Antifaschistische Protestkundgebung
Beginn: 12:30 Uhr // vor der Baitul-Momin-Moschee // Hansestraße 61 //
Beginn: 13:00 Uhr // Hansestraße/Ecke Fuggerstraße //Münster-Hiltrup


Veranstaltungstip: Antiziganismus – Zur Kritik allgegenwärtiger Stereotypisierungen und Diskriminierungen

Sei es das Schimpfwort „Zigeuner“, seien es Vorbehalte gegen Flüchtlinge, seien es diskriminierende Haltungen gegenüber in Deutschland lebenden Sinti und Roma: Antiziganismus – die Diskriminierung von Menschen, die als „Zigeuner“ bezeichnet werden – ist ein Dauerbrenner. Was beinhaltet der Begriff? Woher kommt Antiziganismus überhaupt?

Der Vortrag soll eine Einführung in das bisher zu wenig beachtete Thema Antiziganismus geben. Dabei werden die weit verbreiteten antiziganistischen Bilder genauer betrachtet und ihre Entstehungsgeschichte beleuchtet. Ziel der Veranstaltung ist, die Auseinandersetzung mit dem Thema Antiziganismus zu fördern
und in diesem Zusammenhang eigenes Denken und Wahrnehmen zu hinterfragen.

Markus End promoviert derzeit zu Struktur und Funktionsweise des modernen Antiziganismus. Er ist Mitherausgeber der Sammelbandreihe “Antiziganistische Zustände”, deren zweiter Band im Herbst erscheint.

2. Mai 2012 // 20:00 Uhr // Paul-Gerhard-Haus // Friedrichstr. 10

Die Veranstaltung wird organisiert von der antirassistischen Initiative mit Unterstützung des AStA der Uni Münster

Contra geben! Gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung!

In den letzten Wochen vor den Neuwahlen des Landtags in NRW am 13. Mai will die selbsternannte „Bürgerbewegung Pro NRW“ in insgesamt 25 Städten Kundgebungen vor Moscheen abhalten. Dazu will sie im Rahmen einer „Bustour“ täglich zwei bis drei Städte anfahren. Am 7. Mai wollen die Rassist_innen um 13:00 Uhr vor der Baitul-Momin-Moschee in Münster-Hiltrup auflaufen. (mehr…)

ALM-Beitrag in Arranca #45

In der aktuellen Ausgabe der arranca! hat unsere Gruppe den Artikel „10 Jahre, das ist für viele von uns eine lange Zeit, politisch betrachtet. Erinnerung an Genua und linke Bewegungsgeschichte“ veröffentlicht. Der Artikel basiert auf unserer Veranstaltung im September 2011, er lässt noch einmal die Referenten zu Wort kommen und diskutiert, die Bedeutung von linker Bewegungsgeschichte.
Die arranca! ist eine linksradikale Zeitschrift aus Berlin, die von der Gruppe FelS (Für eine linke Strömung) herausgegeben wird. Über sich selbst schreibt sie:

Die arranca! ist mit dem Anspruch angetreten, das Entstehen einer revolutionären Organisation mit zu ermöglichen und ein Forum für die linke Neubestimmung zu bieten. Das war 1993. Seitdem haben sich die gesellschaftlichen und innerlinken Voraussetzungen, unter denen wir Politik machen, geändert – der Anspruch der Gruppe FelS, durch das Medium der arranca! zu einer Neukonstituierung der Linken beizutragen, bleibt nach wie vor.

Die aktuelle Nummer 45 widmet sich im Schwerpunkt der Eurokrise und dem Verhältnis einer radikalen Linken zu EU und Europa. Eine lesenswerte Nummer, die wir euch wärmstens empfehlen. Das Heft kostet 4,50 Euro, mit Porto 5,35 Euro.

Ihr könnt die Zeitschrift hier online bestellen.

Auf nach Stolberg: Nazis blockieren

Seit 2008 instrumentalisieren Nazis den Tod eines Jugendlichen in Stolberg für ihre rassistische Propaganda. Für die Nazis entwickelt sich Stolberg zu einer Großveranstaltung. So versammeln sich jedes Jahr im April zwischen 500 und 800 Nazis in Stolberg um ein symbolisches Datum zu schaffen, mit dem bundes-, wenn nicht europaweit ein Aufmarschanlass geschaffen und zudem eine teils taktisch zerstrittene Szene geeint werden kann.
Antifaschist_innen haben deshalb ein breites Bündnis gegründet, das den Naziaufmarsch am 7. April 2012 blockieren will. 2011 gelang es den Beginn dess Aufmarsches um einige Stunden zu verzögern. Im Aktionskonsens des Bündnis heißt es deshalb: „Wir leisten zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch. Von uns geht dabei keine Eskalation aus. Unsere Massenblockaden sind Menschenblockaden. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.“ [Aufruf lesen]

Wir empfehlen euch am Samstag, den 7. April folgende Zugverbindung bzw. die unten genannten Treffpunkte zu nutzen. (mehr…)

Neue LOTTA erschienen: Schwerpunkt „Grauzone“

Die neue Ausgabe der LOTTA – antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen beschäftigt sich in ihrem Schwerpunkt mit dem Phänomen der „Grauzone“. Mit dem Begriff wird versucht eine Problematik zu fassen, die seit einigen Jahren verstärkt Teile der Punkszene beschäftigt. Einige Bands, vor allem aus dem Oi-, Skin- und Streetpunkgenre, lassen eine notwendige Abgrenzung zur RechtsRockSzene vermissen, wenn sie gemeinsam mit eindeutig extrem rechten Bands auf einer Bühne stehen. Zudem drängen, beflügelt durch den Erfolg der Südtiroler Band „Frei.Wild“ und anderer „Deutschrock“-Bands, Neonazis und Reaktionäre in die „Subkultur“, die längst zu einem lukrativen „Buisness“ geworden ist. In seinem lesenswerten Artikel bezeichnet LOTTA-Autor Michael Weiss dieses Phänomen als „Rebellion im Schützenclub“ [online lesen].
Weitere Artikel analysieren u.a. die Neonazi-Szenen in Duisburg, Radevormwald und Kassel, informieren über aktuelle Entwicklungen zur Aufklärung des „Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) und über das kürzlich von der Polizei zerschlagene „Aktionsbüro Mittelrhein“. Außerdem gibt es Artikel zur „Pro Life“-Bewegung, die regelmäßig in Münster die 1000 Kreuze-Märsche durchführt [siehe hier] oder zur Situation in Norwegen und Dänemark nach den Breivik-Massakern, dessen Autor im Januar in unserer Vortragsreihe „Searchlight“ referierte [siehe hier]. Wer nicht da war oder noch mal nachlesen möchte, kann dies in der neuen LOTTA tun.

Lest und unterstützt die LOTTA
Ihr könnt die LOTTA auf unseren Veranstaltungen oder im DonQuijote kaufen. Oder noch besser: Ihr schaltet ein Abo und unterstützt damit dieses wichtige Bewegungsprojekt!

Bericht zur Antifa-Demo in Dortmund-Dorstfeld

Das Dortmunder Antifa-Bündnis zieht eine positive Bilanz der antifaschistischen Demonstration “Rechte Gewalt unmöglich machen!” durch Dorstfeld. Die kraftvolle und lautstarke Demonstration setzte ein deutliches Zeichen gegen Nazis in Dorstfeld und rechte Alltagskultur. Störungen durch Angehörige der rechten Szene blieben aus, obwohl die Nazis Dorstfeld gerne als “ihren” Stadtteil betrachten. Weniger zufrieden zeigt das Dortmunder Antifa-Bündnis sich jedoch mit dem Verlauf der Proteste gegen den Naziaufmarsch am Nachmittag. Trotz des neuen Polizeipräsidenten hat sich an der Bereitschaft der Polizei, Neonazis die Straße freizuräumen, nichts geändert. Effektiver Protest, der über das Herumstehen an Polizeisperren hinausgeht, wird auch unter Norbert Wesseler verhindert. (mehr…)