Erfolgreiche Aktivierungskonferenz von „Keinen Meter“

Über 100 Interessierte und UnterstützerInnen des „Keinen Meter“-Bündnis kamen am Samstag im Paul-Gerhardt-Haus zur „Aktivierungskonferenz“ zusammen. Das antifaschistische Bündnis informierte dort über den angekündigten Naziaufmarsch am 3. März. Nach einer Begrüßung referierte ein Mitglied der Antifaschistischen Bildungsintiative Münsterland über die Aktivitäten und Strukturen der „Nationalen Sozialisten Münster“. Die im Herbst 2009 gegründete Neonazi-Kameradschaft besteht aus einem Kern von zehn Personen, die aus Münster und dem Umland stammen.

Bis dato sind sie vor allem durch Propagandaaktionen aufgefallen. Allerdings ist die Gruppe fest in das neonazistische Netzwerk im östlichen Ruhrgebiet eingebunden. Besonders zur „Kameradschaft Hamm“ bestehen enge Kontakte. Deren Anführer, Sascha Krolzig, tritt auch als Anmelder des Aufmarsches am 3. März auf. Er gehörte wie der Pulheimer Axel Reitz auch zu denjenigen Neonazis um das mittlerweile aufgelöste „Aktionsbüro Westdeutschland“, die im Frühjahr 2006 versuchten durch Aufmärsche in Münster Fuß zu fassen – und damit an Protest und Blockaden scheiterten.

Wir können sie stoppen! Aber wie?
Wie es möglich ist, dass Naziaufmärsche durch zivilgesellschaftlichen Widerstand gestoppt werden, damit befassten sich die Ausführungen des zweiten Referenten, eines Mitglieds des „Bündnis gegen Pro Köln“. Dem Bündnis gelang es in der Vergangenheit mehrfach, extrem rechte Veranstaltungen in der Rheinmetropole zu verhindern, in dem die Zufahrtswege oder die Route der Aufmärsche mit vielen hundert Menschen blockiert wurden. Betont wurde, dass es wichtig ist, schon früh auf den Beinen zu sein und gemeinsam zu agieren.

Nachdem sich die Teilnehmenden mit Schnittchen und Kaffee gestärkt hatten (Dank an die Kochcrew!), wurde das Vorgehen am 3. März beratschlagt. Obwohl die genaue Route des Naziaufmarsches noch nicht 100%ig feststeht, waren sich alle Anwesenden einig, dass die Nazis nicht bloß symbloisch blockiert werden sollen – auch wenn wir dazu am 3. März Polizeiabsperrungen umgehen müssen. Der Aktionskonsens des „Keinen Meter“-Bündnis besagt, dass von den Blockierenden selbst keine Eskalation ausgehen werde, man aber zugleich gewillt ist, den Aufmarsch zu verhindern. Außerdem zeigt sich das Bündnis solidarisch mit allen anderen, die gegen die rassistische Hetze demonstrieren – auch wenn diese andere Aktionsformen wählen. Am Tag selbst wird das Bündnis eine umfangreiche Infostruktur aufbauen, damit die Blockierden mit allen Neuigkeiten versorgt werden. Die Unterstützung für „Keinen Meter“ wächst von Tag zu Tag. Mittlerweile haben sich 70 Organisationen sowie einige Bundes- und Landtagsabgeordnete hinter den Aufruf und die Ziele des Bündnisses gestellt.

Schon mal Probe sitzen
Der Naziaufmarsch soll mit Steh- und Sitzblockaden von vielen hundert Menschen verhindert werden. In einemm abschließenden Aktionstraining wurde das gemeinsame Agieren schon einmal geprobt. Die Teilnehmenden lernten unter anderem, wie man sich am besten miteinander verkettet und wie es sich anfühlt, wenn die Polizei einen wegträgt. Eine erfahrene Trainerin beantwortete alle Fragen.

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