Bericht über den 8. Mai 2011

80 junge und ältere Antifaschistinnen und Antifaschisten nahmen heute an der Kundgebung anlässlich des Tages der Befreiung vom Faschismus in Münster teil. Das „8.Mai-Bündnis Münster“ (bestehend aus den Gruppen Antifaschistische Linke Münster, Blumen für Stukenbrock, Emanzipatorische Antifa Münster, Jugendantifa Münster, Kulturverein F24, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen) hatte für 14:00 Uhr an den Zwinger an der Promenade eingeladen. Der Zwinger war in der Zeit des Nationalsozialismus ein Folter- und Haftort der Gestapo. Die TeilnehmerInnen gedachten mit der gut einstündigen Kundgebung des Opfern des Faschismus. In den Redebeiträgen der Bündnis-Gruppen wurden sowohl die Bedeutung des 8. Mai thematisiert als auch über aktuelle rassistische Kampagnen und neonazistische Aktivitäten gesprochen. Die Kundgebung wurde nach dem gemeinsame Singen des „Moorsoldatenliedes“ beendet.



Im Anschluss hörten dann fast 50 ZuhörerInnen im Paul-Gerhardt-Haus den Erzählungen von Bert Woudstra, der sich als jüdischer Junge nach der Besatzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht wegen Nazis untertauchen musste. Nur durch die Unterstützung solidarischer NiederländerInnen, die ein hohes Risiko eingingen, wenn sie Jüdinnen und Juden vor den Besatzungsbehörden versteckten, überlebten Bert und seine Mutter die Shoa. Berts Vater wurde von den Nazis im KZ Mauthausen ermordet. Fast die Hälfte seiner Familie wurde von den Nazis ermordet. Bert Woudstra schilderte anschaulich von den beschwerlichen und traumatisierenden Erlebnissen der Nazizeit und appellierte an die Zuhörenden aktuellen Diskriminierungen und Verfolgungen nicht tatenlos zuzusehen und alles dafür zu tun, dass sich Ähnliches nicht wiederholen kann.