Archiv für März 2011

2. April: Gemeisam nach Dortmund

Gemeinsam am 2. April zur Thomas-“Schmuddel“-Schulz-Gedenkdemo nach Dortmund fahren! Kein Vergessen!

Treffpunkt: Hauptbahnhof Münster // 14:15 Uhr

Veranstaltung: Von Dresden nach Stolberg!

Den Naziaufmarsch in Stolberg blockieren!

Seit 2008 instrumentalisieren Nazis den Tod eines Jugendlichen in Stolberg für ihre rassistische Propaganda. In Neonazikreisen setzte sich eine Deutung der Ereignisse durch, die auf Opfermythus, Märtyrerkult und Rassismus setzt. Jedes Jahr im April sammeln sich zwischen 500 und 800 Nazis um einen Fackelmarsch und eine Großdemonstration abzuhalten. Sie wollen damit bundesweit einen Aufmarschanlass schaffen und mit dieser Massen-Inszenierung ihren eigenen Zusammenhang stärken. Stolberg ist mit dem Aufmarsch in Dortmund zu dem Szeneereignis für Nazis in NRW geworden und steht jährlich im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten.

In diesem Jahr hat sich in Stolberg ein großes Bündnis gegründet, dass den Naziaufmarsch mit Blockaden verhindern will. Antifa-Gruppen sind Teil dieses Bündnisses, gleichzeitig ruft aber auch ein Antifa-Bündnis auf: „Let`s destroy the myth of Stolberg!“

Mit dieser Veranstaltung wollen wir euch über den Naziaufmarsch, den aktuellen Stand der Gegenaktivitäten und die Anreise ab Münster informieren. Im Anschluss an die antifaschistischen Aktionen in Stolberg kann dann noch ein gutes Punk-Konzert in Münster besucht werden.

Donnerstag, 31. März | 20.00 Uhr |
Club Courage | Friedensstraße 41

Im Anschluss: Bar Antifascista

Eine Veranstaltung der Antifaschistischen Linken Münster und der Jugendantifa Münster mit ReferentInnen des Blockade-Bündnisses.

Hinweis: Mitglieder der rechten Szene haben keinen Zutritt. Die VeranstalterInnen behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen

Gedenkdemo in Dortmund


Vor sechs Jahren, am 28. März 2005, wurde der Punker Thomas Schulz von einem Neonazi ermordet. Inmitten der U-Bahn-Station Kampstraße in der Dortmunder Innenstadt wurde Thomas von dem damals 17-jährigen Sven Kahlin niedergestochen. Noch am selben Abend erlag Thomas im Krankenhaus seinen Verletzungen. Sein Mörder wurde daraufhin wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren verurteilt. Eine politische Motivation hatte die I. Große Strafkammer des Dortmunder Landgerichts bei Kahlin nicht erkennen können, auch wollte das Gericht nicht von Mord sprechen, da das “Mordmerkmal der Heimtücke” nicht gegeben gewesen sei.

Dortmunder AntifaschistInnen betreiben seit den Ereignissen am Ostermontag 2005 mit alljährlichen Kundgebungen, Demonstrationen und weiteren Aktionen wie Straßenumbenennungen aktive und erfolgreiche Gedenkpolitik, um auf den Mord und dessen politischen Kontext hinzuweisen. Nicht zuletzt auch der erneute Naziangriff auf die Kneipe Hirsch Q im Dezember 2010 gibt uns allen Anlass im Rahmen der Gedenkdemo auf die recht aktive Neonaziszene in Dortmund hinzuweisen und antifaschistischen Protest auf die Straße zu tragen.

Den ganzen Aufruf lesen. Weiteres Material gibt es hier.

Kommt zur antifaschistischen Demonstration:
02.04.2011 | 16:00 h | Dortmund | Hauptbahnhof (Vorplatz)

Es bleibt dabei: Nichts und niemand ist jemals vergessen!
Kein Vergessen den Opfern neonazistischer Gewalt!
Gegen Neonazis und rechte Gewalt!

Kundgebung in Gedenken an Thomas Schulz
28.03.2011 – 18.30 Uhr – Dortmund [U-Bahnstation Kampstraße]

Achtet auf Ankündigungen und mögliche Änderungen!
http://dab.nadir.org/

Impressionen vom 1000-Kreuze-Marsch

+++ 140 christliche FundamentalistInnen am Samstag in Münster +++ mehr als doppelt so viele GegendemonstrantInnen +++ „Gebetsmarsch“ kann erst nach stundenlanger Verzögerung loslaufen +++ immer von Protest begleitet +++ Polizei nimmt Personalien von ProtestlerInnen auf +++ Ermittlungen wegen „Verstoß gegen das Versammlungsgesetz angekündigt +++

Searchlight im März

Vom Rassismus der Machteliten. Versuch einer vorläufigen Bilanz der “Sarrazin-Debatte”

Vom “dummen Kopftuchmädchen” bis zum “Juden-Gen”: Kaum jemals haben offen rassistische, antisemitische Ressentiments eine solch massenhafte Verbreitung in der deutschen Öffentlichkeit gefunden wie in der Debatte um die Pamphlete des Ex-Bundesbankers Thilo Sarrazin. Neu ist nicht der Inhalt: Viele von Sarrazins Behauptungen sind seit Jahren aus Publikationen der extremen Rechten bekannt. Neu ist, dass Teile der deutschen Machteliten und deshalb auch Leitmedien und renommierte Verlage auf den rassistischen Zug aufspringen. 1,2 Millionen Exemplare des Sarrazin-Buchs hat der Bertelsmann-Konzern bis lang verkauft.

Die Aufregung ist mittlerweile abgeflaut – Zeit, Bilanz zu ziehen. Was ist anders nach der “Sarrazin-Debatte”? Hat sie der extremen Rechten genutzt? Wird sich eine Partei rechts der Union etablieren? Was bezwecken die deutschen Machteliten mit der Öffnung massenmedialer Schleusen für übelste Ressentiments gegen migrantische Unterschichten?

Es referiert der freie Journalist Jörg Kronauer.

Donnerstag, 17. März 2011 // 20.00 Uhr
Club Courage // Friedensstraße 42 //Münster

Hintergrund: Wer sind die AbtreibungsgegnerInnen vom 1000 Kreuze Marsch?

Am 12. März wollen christliche FundamentalistInnen und so genannte Lebensschützer einen Demonstrationszug in Münster durchführen. Dieser Zug unter dem Motto „1000 Kreuze für das Leben“ war in den vergangenen zwei Jahren von großem Protest begleitet worden. Im Folgenden wollen wir einen Einblick in das Netzwerk radikaler Abtreibungsgegner_innen im Münsterland geben.

Hier könnt ihr unser Paper als pdf downloaden!

Gegen den 1000 Kreuze Marsch

Erneut wollen am Samstag, den 12. März 2011, fundamentalistische Christen und Abtreibungsgegner_innen in Münster aufmarschieren. In den vergangenen zwei Jahren gab es größere Protestaktionen gegen die als Gebetsmarsch angemeldete Demonstration, die von der Organisation „EuroProLife“ verantwortet wird. Gegen diese reaktionäre, antifeministische und homophobe Versammlung wird es auch in diesem Jahr wieder Widerstand geben.

Alle aktuellen Informationen dazu bekommt ihr auf dieser Internetseite.

Stolberg 2010: Naziäufmarsche gemeinsam blockieren

Aufruf des Bündnisses gegen den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg (Rhld.)

Seit 2008 instrumentalisieren Nazis den Tod eines Jugendlichen in Stolberg für ihre rassistische Propaganda. Dabei ist ihr Ziel in Stolberg einen Märtyrerkult aufzubauen, ähnlich dem, der etwa im schwedischen Salem besteht. In Neonazikreisen setzte sich eine Konstruktion der Ereignisse durch, die auf Opfermythos, Märtyrerkult und Rassismus setzt. Es wurde ein Bild gezeichnet, nachdem die Tat nur ein weiteres Beispiel, für eine ständige Verfolgung „der Deutschen“ durch MigrantInnen, durch Linke und durch eine breite Öffentlichkeit sei, gegen die sie sich gemeinsam, entschlossen und gewaltsam zur Wehr setzten müssten. Kevin P., der Getötete wurde stilisiert zum »Held, der für Deutschland fiel«, zum »Soldat, im Kampf ermordet«, zum »Märtyrer für die national(sozialistisch)e Sache«, eben als einer der ihren. Und wenn schon nicht einer der ihren, denn in dieser Frage sind sich die Neonazis nicht einig, so war er doch wenigstens »ein junger Deutscher«. Dass es sich bei dem Streit um einen sogenannten Beziehungsstreit handelte, erwähnten sie nicht.
Für die Nazis entwickelt sich Stolberg zu einer Großveranstaltung. So versammeln sich jedes Jahr im April zwischen 500 und 800 Nazis in Stolberg um ein symbolisches Datum zu schaffen, mit dem bundes-, wenn nicht europaweit ein Aufmarschanlass geschaffen und zudem eine teils taktisch zerstrittene Szene geeint werden kann. (mehr…)