Archiv für Dezember 2010

Antifa-Print #6 erschienen

Die 6. Ausgabe unserer kleinen Flugschrift „Antifa-Print“ ist endlich fertig geworden. In der Ausgabe könnt ihr u.a. einen Bericht über die Nachttanzdemo und den Aufruf des „No Pasaran“-Bündnisses für die Aktionen gegen den Naziaufmarsch in Dresden 2011 lesen.

Ihr könnt das Antifa-Print #6 hier herunterladen (pdf).

Searchlight im Dezember

Vergessene Opfer. Die NS-Politik gegen so genannte Asoziale

Im Vergleich zu anderen Opfergruppen der nationalsozialistischen Ausgrenzungs- und Vernichtungspolitik erfahren die so genannten Asozialen noch immer wenig Beachtung. Als „asozial“ wurden während des Nationalsozialismus die unterschiedlichsten sozialen Randgruppen verfolgt und in KZ`s, Gefängnissen und Arbeitshäusern interniert. In den Konzentrationslagern wurden sie mit einem schwarzen Winkel gekennzeichnet. Als „asozial“ galten Bettler, Arbeitslose, Obdachlose, Prostituierte, Homosexuelle, sozial unangepasste Jugendliche und andere an bürgerlichen Wertevorstellungen nicht angepasst lebende Personen.
Besonders Frauen traf eine doppelte Diskriminierung: Als „asozial“ diskriminierte Frauen wurden aus den unterschiedlichsten „Gründen“ in KZ`s inhaftiert. Dabei war die Stigmatisierung der Frauen stark sexualisiert, ihnen wurde Prostitution oder ein liederlicher Lebenswandel vorgeworfen. Gerade diese als asozial geltenden Frauen waren es die von der SS zur Sex-Zwangsarbeit in den Lagerbordellen gezwungen wurden.
Als sozial unangepasst geltende Jugendliche aus Einrichtungen der Fürsorge oder Jugendliche, deren Eltern als AlkoholikerInnen oder aus anderen Gründen als „asozial“ galten, wurden in den Jugendkonzentrationslager Moringen und Uckermark eingesperrt. Die Charakterisierung von normabweichendem Verhaltens als „asozial“ ermöglichte dem sozialdarwinistischen Rassismus eine Differenzierung innerhalb der „Volksgemeinschaft“ und somit den Ausschluss so genannter „Minderwertiger“ aus dem „Volkskörper“.
Der Vortrag zeichnet die Verfolgung der so genannten Asozialen im Nationalsozialismus nach und versucht dabei auch deren Vorgeschichte und Kontinuitäten in den Blick zu nehmen. Auch die gesellschaftliche Funktionsweise der Ausgrenzung und Stigmatisierung sozialer Randgruppen soll analysiert werden.

Donnerstag, 16. Dezember 2010 // 20.00 Uhr
Club Courage // Friedensstraße 42 // Münster

Dresden, Februar 2011 – Auf ein Neues: No Pasaran!


Bald ist es wieder soweit. Neonazis aus ganz Europa wollen ihren jährlichen Großaufmarsch in Dresden durchführen.
Nach dem sie im letzten Jahr schon grandios gescheitert sind, mobilisieren bundesweit antifaschistische und zivilgesellschaftliche Zusammenhänge nach Dresden, um den Nazis auch dieses Jahr eine empfindliche Niederlage zu bereiten.

No Pasaran!
Unter dem Slogan „No Pasaran!“ hat sich ein bundesweites Antifa-Bündnis zusammengefunden, welches eine radikale Kritik am bürgerlichen Gedenken und dessen Anschlussfähigkeit für die Nazis formuliert. Im Rahmen dieses Bündnisses gibt es auch wieder den Zusammenschluss „No Pasaran NRW“, dem auch wir als Antifa Linke Münster angehören. Gemeinsam mit unseren GenossInnen werden wir wieder breit nach Dresden mobilisieren.

Dresden Nazifrei

Außerdem gibt es noch das Bündnis Dresden Nazifrei, welches, wie im letzten Jahr, zu Massenblockaden gegen den geplanten Naziaufmarsch aufruft. Am 11.12. wird es von Dresden Nazifrei in Dortmund eine Regionalkonferenz-West geben, bei der es u.a. um Fragen der Rechtshilfe, Zivilen Ungehorsam, ein Blockadetraining sowie den Stand der Mobilisierung geht. Samstag 11. Dezember 2010, 11-18 Uhr, Ort: ver.di-Haus in Dortmund (Königswall 36, direkt am Hauptbahnhof)

Antifa-Konferenz ConnACT
Ebenfalls mit Blick auf Dresden (aber auch auf NRW-Aufmärsche wie Stolberg und Dortmund) findet am 14./15. Januar 2011 die Antifa-Konferenz „ConnACT! – Von der Vernetzung zur Aktion“ in Köln statt. Die Konferenz möchte Raum für die Diskussion antifaschistischer Strategien sowie für Vernetzung und gegenseitiges Kennenlernen bieten.

Cooming soon…
In den nächsten Tagen und Wochen werdet ihr auf unserer Homepage immer wieder neue Infos zum Stand der Dinge, unserer geplanten Infoveranstaltung, Bussen aus Münster usw. finden.
Also, haltet die Augen auf und: kommt mit nach Dresden!

ConnACT! – Von der Vernetzung zur Aktion

antifakonferenz
Antifaschistische spektrenübergreifende Konferenz im Januar 2011

Wann: 14./15. Januar 2011
Wo: Bürgerzentrum Alte Feuerwache, Melchiorstr. 3, 50670 Köln

Warum diese Konferenz?

Viele Gruppen und Personen, die in Nordrhein-Westfalen antifaschistische Politik machen, haben bereits in der einen oder anderen Weise miteinander zu tun gehabt: Wir sind uns in lokalen Bündnissen begegnet, haben uns bei der Vorbereitung überregionaler Anti-Nazi-Aktivitäten kurzgeschlossen oder sind gemeinsam im nordrhein-westfälischen Bus-Konvoi im Februar 2010 nach Dresden gefahren. Den Rahmen für eine gemeinsame Diskussion gab es bisher kaum. Deswegen möchten wir antifaschistische Gruppen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Parteien, Gewerkschaften und interessierte Einzelpersonen einladen, mit uns gemeinsam Strategien und Perspektiven für das Jahr 2011 zu diskutieren. (mehr…)

Keine Abschiebungen nach Kosovo und Serbien!

Gemeinsame Pressemitteilung von Antirassistische Initiative Münster, Emanzipatorische Antifa Münster, Antifaschistisches Netzwerk Münster- und Osnabrückerland, Antifaschistische Linke Münster, AStA der Fachhochschule Münster

Am Dienstag den 07. Dezember soll eine weitere Sammelabschiebung per Charterflug von Düsseldorf in den Kosovo stattfinden; zwei Tage später am Donnerstag, den 09. Dezember eine weitere nach Serbien. Unter den Betroffenen sind auch Roma, Ashkali und Ägypter_innen, welche als Minderheiten dort systematische Diskriminierungen, gewaltsame
Übergriffe und gesellschaftlicher Ausschluss erwartet. Während die Nachricht über abgeschobene Roma aus Frankreich in der bundesdeutschen Öffentlichkeit für Aufsehen und Empörung sorgte, gerät in den Hintergrund, dass seit Sommer 2009 rund 10.000 seit langem in Deutschland lebende Roma und andere Minderheiten aus dem Kosovo permanent von der Abschiebung bedroht sind.

Nach zahlreichen bereits erfolgten Sammelabschiebungen hat das Land NRW nun anerkannt, dass die Lebensbedingungen der oben genannten Minderheiten im Kosovo und Serbien zumindest „weiterhin schwierig“ sind und hat am 01.Dezember für den Winter (bis zum 31.03.2011) einen Abschiebungsstop erlassen. „Ein kleiner erster positiver Schritt, der aber gleichzeitig im Detail scharf zu kritisieren ist“, beurteilt Friederike Rosenthal, antirassistische Aktivistin und Roma-Unterstützerin aus Münster. „Denn von der vorübergehenden Aussetzung der zwanghaften Rückführungen sind sogenannte ‚Straftäter_innen‘, die zu mehr als 50 Tagessätzen verurteilt wurden, ausgenommen und können sogar von ihren Familien getrennt werden. Hier wird versucht, die betroffenen Gruppe zu spalten. Die Situation von Roma und anderen Minderheiten im Kosovo und in Serbien ist menschenrechtlich unzumutbar und da hat es keine Rolle zu spielen, ob jemand hier mit Gesetzen in Konflikt geraten ist. Menschenrechte gelten für alle.“

Auch wenn die Passagierlisten der beiden Abschiebeflüge sich durch den NRW-Erlass verkleinern, so finden sie ahrscheinlich trotzdem statt. Schließlich gilt der Abschiebestop für Minderheiten nur für NRW, nicht aber für andere Bundesländer. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen zum Beispiel zeigte sich darüber enttäuscht: „Die Aussetzung von Abschiebungen der Roma-Minderheiten wäre gerade in den Wintermonaten ein wichtiges Signal gewesen, dass Menschen nicht in die elenden und unmenschlichen Zustände im Kosovo und Serbien abgeschoben werden“. Der Flüchtlingsrat weist weiter darauf hin, dass es „freilich ein kaum auflösbarer Widerspruch und Zynismus wäre, wenn nur die örtlichen nordrhein-westfälischen Ausländerbehörden aus Rücksicht auf die schwierige Situation der ethnischen Minderheiten in Serbien und im Kosovo angewiesen würden, Abschiebungen auszusetzen, während die nordrhein-westfälische Zentrale Ausländerbehörde in Bielefeld und die nordrhein-westfälische Polizei weiterhin in Amtshilfe die Abschiebung der Roma-Minderheiten in das Kosovo und nach Serbien für ganz Norddeutschland organisiert und durchsetzt“. Die Landesregierung in NRW ist seitens des Flüchtlingsrates daher aufgerufen, sofort für eine Klarstellung zu sorgen.

„Aus diesen humanitären und politischen Gründen geben wir auch hier in NRW keine Ruhe. Unsere Solidarität gilt allen Flüchtlingen“, so die Unterstützerin Rosenthal. Pro Asyl Geschäftsführer Bernd Mesovic hatte anlässlich der letzten Innenministerkonferenz in Hamburg die Lage auf den Punkt gebracht: „Roma und andere Minderheiten brauchen eine sichere Lebensperspektive in Deutschland!“

Nazis wollen Samstag in Dortmund marschieren

Für Samstag, den 4. Dezember, rufen die Dortmunder Neonazis zu einer „Demonstration für Meinungsfreiheit in Dortmund“ auf. Anlass ist eine Reihe von polizeilichen Maßnahmen gegen die Dortmunder Neonaziszene in der vergangenen Woche. Dortmunder Antifas mobilisieren zu Gegenaktivitäten: (mehr…)