Archiv für September 2010

Antifa-Demo am 29.09. in Dortmund: Keine Rückzugsräume für rechte Mörder!

Dortmund: Rechter Mörder aus Haft entlassen
Am 28.03.2005 erstach der damals 17-jährige Nazi-Skin Sven Kahlin in einer belebten Dortmunder U-Bahnstation den 32-jährigen Punk Thomas “Schmuddel” Schulz, weil dieser Kahlins rechte Parolen nicht unkommentiert stehen lassen wollte. Der Täter wurde daraufhin wegen Totschlags zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Demnach sollte seine Haft bis März 2012 andauern. Wie nun bekannt wurde, ist der rechte Mörder Kahlin am Donnerstag aus der Justizvollzugsanstalt Werl entlassen worden. Antifaschist_innen rufen deshalb zu einer Demo auf, die an dem “Nationalen Zentrum”, einem von Neonazis in Dorstfeld angemieteten Lagerraum, vorbeiziehen soll. Dort findet jeden Mittwoch das “Kameradschaftstreffen” statt, an dem nun aller Voraussicht nach auch der rechte Mörder Kahlin teilnehmen wird. Dortmunder Antifaschist_innen wollen ihn gebührend empfangen und ihm verdeutlichen, dass seine Tat nicht vergessen ist und er von nun an verstärkt im Visier antifaschistischer Intervention stehen wird.
Kommt zur antifaschistischen Demo:

29.09.2010 (Mi.) | 18.00 Uhr | Kampstraße Ecke Katharinenstraße | Dortmund

Treffpunkt Münster: 17.00 Uhr (pünktlich) | Hbf

In Gedenken an Thomas Schulz:
Kein Vergessen den Opfern neonazistischer Gewalt
Keine Rückzugsräume für rechte Mörder!

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Gemeinsame Fahrt aus Münster zur Demo gegen den Abschiebeknast in Büren

Treffpunkt um 8.50 Uhr am Hinterausgang Hbf / Bremer Platz. Vor allem diejenigen, die ein Zugticket brauchen, sollten pünktlich kommen. Der Zug fährt um 9.10 (Gleis 3) bis Paderborn. Von dort geht es mit einem Shuttlebus weiter nach Büren.

Wer – aus welchen Gründen auch immer – noch nicht so früh Zeit hat, hat auch noch die Option, mit dem Zug um 12.10 Uhr (Gleis 3) zu fahren und nur an der Demo in Paderborn teilzunehmen. Hierfür Treffpunkt um 11.50 Uhr ebenfalls am Hinterausgang Hbf / Bremer Platz.

Den Aufruf könnt ihr hier lesen.
Mehr Infos hier!

Waking up the City!

nachttanzdemo
Nachttanzdemo am 2. Oktober 2010 in Münster

Dröhnende Bässe, tanzende Menschen – eine ungewöhnliche Demonstration wird am 2. Oktober durch die nächtlichen Straßen von Münster ziehen: Waking up the city! Die erste Nachttanzdemo fordert zum Mitmachen auf, bietet Raum, den eigenen Positionen Gehör zu verschaffen und Stellung zu beziehen: Gegen eine Stadtpolitik, die sich vor allem an den Interessen der Wohlhabenden orientiert; gegen die Gentrifizierung ganzer Stadtviertel; gegen eine Ordnungspolitik der Normierung, Eingrenzung und Beseitigung bestehender Freiräume; gegen die Umwälzung der Kosten der Krise auf die lohnarbeitende und arbeitslose Bevölkerung.

Die Nachttanzdemo ist in dieser Form in Münster einzigartig. Starten wird sie am Hauptbahnhof – begleitet von diversen DJs, Interviews und euch – und endet am Hafen mit einem Open-Air-Konzert. Sie soll eine Demonstration sein, die eine Klammer für die verschiedenen Kämpfe und Auseinandersetzungen darstellt, in der sich Initiativen und Einzelpersonen mit ihren Forderungen und Interessen ausdrücken können und die damit das Gemeinsame in verschiedenen Kämpfen hervorhebt: die Opposition zu einer Stadtpolitik, die Wohlstand und Ordnung zu ihren Leitmotiven erklärt und damit Ausschluss und Ausgrenzung produziert. Wir sind für eine solidarische Gesellschaft und eine Perspektive des radikalen Wandels gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsverhältnisse.

Schluss mit dem lethargischen Abhängen vor der Flimmerkiste und dem Social-Media-Gegruschel! Draußen vor der Tür, in der Nachbarschaft, in eurem Viertel, in eurer Stadt geschehen die wirklich spannenden Dinge!

Stand up and wake up the city!
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Searchlight im September: Unternehmen Münster

„…und du gehst durch Stadtmanagement spazieren…“ – Münster als Unternehmen und gemanagte Bühne

Vortrag und Diskussion mit Marcus Termeer

Städte definieren sich im Postfordismus als Unternehmen im regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerb um wohlhabende Privathaushalte, Dienstleistungsunternehmen, TouristInnen und InvestorInnen. Wesentlich erscheint hier die Schaffung eines Images, einer „Marke“. Münster firmiert hier seit 2004 unter dem Label der „lebenswertesten Stadt der Welt“. Gezeigt werden sollen aktuelle Formen der Fragmentierung und Homogenisierung des Raumes in der kapitalistischen Stadt am konkreten Beispiel Münsters.

In den Konstruktionen der „lebenswertesten Stadt der Welt“ entsteht ein städtisches „Wir“, das aber der dominanten Wahrnehmung prosperierender Mittelschichten entspricht und in dem marginalisierte Gruppen doppelt „verschwinden“: Einerseits kommen ihre Lebensbedingungen in diesem „Wir“ nicht vor, andererseits werden sie (stillschweigend) doch darunter subsumiert, was ihre Existenz als Gegenpart negiert. Real kommt es zu einer verschärften sozialräumlichen Aufspaltung in Zentrum und Peripherie, z.B. mit der neuen Gated Community „Klostergärten“ und den maroden Wohnhochhäusern in der Kinderhauser „Schleife“ als Gegenpolen; schon, weil sich Stadtplanung inzwischen tendenziell ausrichtet auf innerstädtische „Filetgrundstücke“ und kurzfristige Trends sowie an den Interessen privater Investoren.

Die „Renaissance der Innenstadt“ zugunsten Gutbetuchter äußert sich auch in der Transformation dieser Stadt zur gemanagten Bühne: in der „historischen Altstadt“, wo der Business Improvement District „Initiative starke Innenstadt“ die Zugangs- und Aufenthaltsbedingungen definiert oder auf den Gentrifizierungsarealen „Kreativkai“ und „Germania-Campus“ mit ihren Stadtstränden. EinwohnerInnen werden zu TouristInnen in der eigenen Stadt, zu Selbst-DarstellerInnen zugunsten der Verwertungskette. Kennzeichen postfordistischer Raumpolitik ist es, dass auch Avantgarde-, Sub- und Gegenkultur subsumiert und so zu Bestandteilen der Verwertungskette oder auch zu „Zugangs-Schwellen“ für unerwünschte Gruppen werden können.

Schon in der Nachkriegszeit spricht die Stadtverwaltung vom erfolgreichen Bestehen im Wettbewerb der Städte (wenn auch unter völlig anderen Bedingungen). Daher wird abschließend kurz das wesentliche Bild der Münsteraner Imageproduktion angesprochen: der nach 1945 neu gebaute Prinzipalmarkt als ökonomisch-kulturelles Gesamtkunstwerk der Kaufmannschaft und architektonische Deckerinnerung zur Derealisierung des Faschismus.

Donnerstag, 16. September 2010 // 20.00 Uhr
Club Courage // Friedensstraße 42 // Münster

* Marcus Termeer: Promotion an der Universität Münster (Soziologie, neuere Geschichte, Politikwissenschaft). Freier Autor (Schwerpunkte: Kultursoziologie, Stadt- und Raumsoziologie, gesellschaftliche Naturbeziehungen, Dialektik des Zivilisationsprozesses, Geschlechterforschung). Zuletzt erschien: Münster als Marke. Die „lebenswerteste Stadt der Welt“, die Ökonomie der Symbole und ihre Vorgeschichte. Münster: Westfälisches Dampfboot 2010

Searchlight 2010

Im September geht unsere Bildungsreihe „Searchlight“ in die nächste Runde und zwar mit folgenden Themen:

16. September 2010 – „…und du gehst durch Stadtmanagement spazieren…“ – Münster als Unternehmen und gemanagte Bühne>

14. Oktober 2010 – Rechtsentwicklung, Antisemitismus und extreme Rechte in Ungarn

14. November 2010 – Rechtsruck im Nachbarland? Wilders und die PVV in den Niederlanden – Extra-Searchlight-Termin am Sonntag!

18. November 2010 – Was sind Studentenverbindungen und Burschenschaften?

16. Dezember 2010 – Vergessene Opfer. Die NS-Politik gegen so genannte Asoziale

in Kooperation mit: Antifaschistische Bildungsinitiative Münsterland, AStA der FH Münster, AStA der Uni Münster, Antirassistisches Bildungsforum Rheinland.